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Pressebericht vom 02.06.2018

„Wir sind in jedem Spiel der David gegen Goliath“
Aber Dirk Brökelmann ist guter Dinge, dass der SV Lippstadt den Klassenerhalt schaffen kann

Der SV Lippstadt ist nach einer überragenden Rückrunde am letzten Spieltag durch ein 1:0 über die Sportfreunde Siegen sensationell Meister der Oberliga Westfalen geworden und steigt in die Regionalliga auf. Die ersten Freudenfeiern sind vorbei, die Mannschaft befindet sich gerade auf dem Rückflug von Mallorca. Da wird es Zeit, vorsichtig einen Blick nach vorn zu werfen. Kann der SV Regionalliga? Im ersten Versuch 2013/2014 gewannen die Lippstädter von 34 Begegnungen nur vier und mussten die Klasse sofort wieder verlassen. Droht ihnen jetzt ein ähnliches Debakel? Der sportliche Leiter Dirk Brökelmann (43) glaubt das nicht. Er ist der festen Überzeugung, dass die jungen wilden SVer mit Qualität und Teamgeist Berge versetzen können.

Die Meister-Kicker des SV Lippstadt feiern ihren Super-Erfolg vermutlich gerade über den Wolken irgendwo über dem Mittelmeer. Was denken Sie, wird in der Regionalliga weiter gejubelt?

Brökelmann: Ja, ich hoffe, dass wir was zum Jubeln haben. Aber natürlich, egal ob Verantwortliche oder Mannschaft, wir sind uns bewusst, dass es ein Quantensprung ist von der Oberliga in die Regionalliga. Wir wissen, was auf uns zukommt und gehen die Sache mit dem nötigen Ernst und Respekt an. Aber Angst haben wir nicht!

In den vergangenen Jahren kehrten die Aufsteiger aus der Oberliga fast immer sofort zurück. Rhynern, Erndtebrück, Ahlen und Siegen sind schlechte Beispiele. Wird es auch den SV Lippstadt gleich wieder erwischen?

Brökelmann: Wir werden alles dafür tun, dass dies nicht passiert. Wir werden unseren Weg, den wir bisher eingeschlagen haben, weitergehen - als Mannschaft zu funktionieren und als Einheit aufzutreten. Nur wenn wir das hinbekommen, werden wir in der Regionalliga bestehen können. Da bin ich sehr, sehr guter Dinge. Klar, man braucht Qualität. Die haben wir aber. Wenn das gepaart ist mit Teamgeist, dann wird das eine unserer Stärken sein.

Es gibt diesen fiesen Satz „Geld schießt Tore". Wenn dem so ist, scheint der SV Lippstadt deutlich im Nachteil zu sein.

Brökelmann: Der Satz stimmt. Da brauche ich nur ganz oben im Profifußball anfangen und bis runter in die Oberliga zu schauen: Geld schießt Tore. Das ist so. Wir machen das nicht vorhandene Geld, wie eben schon gesagt, mit unserem Team wett. Wenn der eine für den anderen bereit ist, die Meter zu machen und Ballverluste des Mitspielers zu korrigieren, dann können wir uns als Kollektiv dagegen wehren. Wir werden aber Woche für Woche der David sein im Kampf gegen den Goliath. Aber in der Rolle fühlen wir uns ganz wohl.

Bleiben wir beim Geld. Der SV Lippstadt spielt jetzt in der 4. Liga, da muss der Etat wohl kräftig nach oben geschraubt werden, oder?

Brökelmann: Eins ist klar, unser Etat wird sicherlich ganz, ganz weit unter dem Durchschnitt der Regionalliga liegen. Man kann auch keine Zahlen nennen, die man jetzt draufpacken müsste, um eine Garantie für den Klassenerhalt zu haben. Es ist unsere Aufgabe, gute Spieler zu finden für wenig Geld.

Aber Trainer und Spieler dürften künftig wohl mehr bekommen. Schließlich ist der Aufwand um einiges höher ...

Brökelmann: Nein. Das ist nicht der Fall. Bei uns wird man nicht reich. Die Verträge wurden bei uns abgeschlossen, als wir ein Oberligist waren, wenn auch mit Ambitionen. Alle, die bei uns unterschrieben haben, haben dies aus Überzeugung gemacht. Weil sie Lust darauf haben, für den SV Lippstadt zu spielen. Dass es dann die Regionalliga geworden ist, das ist das I-Tüpfelchen. Nochmal, keiner dieser Spieler spielt bei uns, um reich zu werden.

Gab es denn wenigstens eine kleine Aufstiegsprämie?

Brökelmann: Nein.

Selbst für den Meistertrainer Daniel Berlinski nicht?

Brökelmann: Nein.

Okay, genug vom Geld geredet. Wie schaut's aus, ist der SV Lippstadt, wie schon 2013, wieder das kleine Gallien in der Regionalliga West? Amateure allein unter Profis?

Brökelmann: Wir sind in jedem Spiel der David gegen Goliath. Wenn unsere Jungs aus dem Büro oder vom Studium kommen, dann fahren sie zum SV. Zu der Zeit werden sehr, sehr viele Spieler der Regionalliga auf dem Sofa liegen und von mir aus eine Talkshow oder Sky News gucken.

Neben dem Platz haben wir uns in den letzten Jahren aber sehr, sehr gut entwickelt. Infrastrukturell sehe ich uns mindestens im Durchschnitt der Regionalliga. Also wenn ich betrachte, was der Bruchbaum zu bieten hat - mit seinem Stadion, mit seinen Trainingsmöglichkeiten - brauchen wir uns vor kaum einem Regionalligisten zu verstecken. Das muss man einfach mal sagen. Das Waldschlößchen war in der damaligen Saison was ganz Romantisches, was ganz Tolles. Ich habe dieses Stadion selbst auch geliebt. Mittlerweile ist der Bruchbaum unser Zuhause. Ich finde, es ist ein absolutes Schmuckkästchen.

Der SV Lippstadt hat aktuell 21 Spieler für die Regionalliga unter Vertrag. Das wird kaum reichen. Was tut sich noch auf dem Transfermarkt? Braucht die Mannschaft noch ein paar Hochkaräter?

Brökelmann: Wir werden unsere Philosofie mit Talenten aus der Region auf alle Fälle beibehalten. Alles andere wäre Harakiri. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen die Augen offenhalten. Allerdings müssen wir auch gucken, dass man vielleicht noch den einen oder anderen Euro bekommt, damit man ihn investieren kann. Denn das ist eine Grundvoraussetzung. Wir haben eine Devise, und die heißt: Wir geben nur das aus, was wir haben.

Das ist ja richtig und wichtig. Trotzdem, muss sich der SV Lippstadt nicht unbedingt verstärken?

Brökelmann: Ein Traum wäre es, wenn wir noch zwei weitere Leute dazuholen könnten. Einen hätte ich schon noch ganz gerne. Ein Kader mit 22, 23 Spielern wäre nahezu ideal für uns.

Welche Positionen haben Sie denn da so im Blickfeld?

Brökelmann: Wir sind sehr, sehr jung auf den Außenbahnen besetzt. Das ist die Position, die im Fußball am allerhäufigsten gewechselt wird, weil diese Spieler ein enormes Laufpensum leisten müssen. Unsere Jungs sind auf diesen Positionen im Durchschnitt jünger als 22. Da wäre es sicherlich interessant, auf dem Markt zu gucken, ob es dort jemanden gibt, der zu uns passen würde. Ich denke da jetzt nicht an einen 30-Jährigen, sondern schon noch an einen jüngeren, entwicklungsfähigen Spieler. Um noch breiter zu werden. Wir haben das ja in dieser Saison überragend gemacht. Wenn ich sehe, was ein Marcel Hoffmeier geleistet hat, da kann ich nur sagen: Chapeau, ich ziehe den Hut! Oder Paolo Maiella, der sich immer mehr entwickelt. Wir dürfen bei allen Beurteilungen nicht vergessen: Dieser Junge ist in seinem zweiten Seniorenjahr. Wir haben Jungs in der Hinterhand, die man auch immer vergisst. Valentin Henneke, zum Beispiel, ist für mich einer der begnadetsten Spieler in unserem Kader. Es tut mir einfach leid, dass er in dieser Saison so wenig Zeit hatte, sich zu zeigen aufgrund seiner Verletzung. Da schlummert bei uns schon noch ein bisschen. Nichtsdestotrotz ist es immer gut, wenn diese Jungs zu einem Älteren aufschauen und sich mal einen Rat holen könnten.

Letzte Frage mit der Bitte um eine ehrlich-realistische Antwort: Wäre der Klassenerhalt des SV Lippstadt in der Regionalliga West ein Fußballwunder?

Brökelmann: Der Aufstieg war ein Märchen, und aus diesem Märchen beginnt ein Abenteuer. Die Regionalliga ist für uns ein Abenteuer. Aber bei einem Abenteuer hat man das Ziel, einiges zu erleben. Und am Ende des Abenteuers will man freudestrahlend aus den Augen gucken, wenn es eben geht. Das ist auch unser Ziel. Wir werden in die Regionalliga gehen mit dem Ziel: Klassenerhalt mit unseren bescheidenen Möglichkeiten.

Quelle: DER PATRIOT, 04.06.2018

Probesitzen auf Schalke: Der Christian Heidel des SV Lippstadt heißt Dirk Brökelmann. Der sportliche Leiter der Schwarz-Roten sieht der bevorstehenden Regionalliga-Saison durchaus optimistisch entgegen. – Foto: Lütkehaus
Probesitzen auf Schalke: Der Christian Heidel des SV Lippstadt heißt Dirk Brökelmann. Der sportliche Leiter der Schwarz-Roten sieht der bevorstehenden Regionalliga-Saison durchaus optimistisch entgegen. – Foto: Lütkehaus
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