Leidenschaftlich verteidigte der SV die knappe 1:0-Führung bei RW Essen, die Gerrit Kaiser (2.v.l.) mit der ersten Lippstädter Chance erzielt hatte. Doch für ihn, Jan Lukas Liehr und den Rest der Mannschaft gab es an der Hafenstraße kein Happy End, denn man unterlag RW Essen 1:3. Fotos: Lütkehaus
Leidenschaftlich verteidigte der SV die knappe 1:0-Führung bei RW Essen, die Gerrit Kaiser (2.v.l.) mit der ersten Lippstädter Chance erzielt hatte. Doch für ihn, Jan Lukas Liehr und den Rest der Mannschaft gab es an der Hafenstraße kein Happy End, denn man unterlag RW Essen 1:3. Fotos: Lütkehaus

SV Lippstadt unterliegt RW Essen 1:3

In Essen läuft die 90. Minute und beim Stand von 2:1 für RWE bekommt der Lippstädter Steringer noch einmal eine Riesenchance zum Ausgleich. Doch der Ball knallt an die Latte und als in der Nachspielzeit der Essener Pronichev auf 3:1 erhöht, ist die SV-Niederlage beim Aufstiegskandidaten endgültig besiegelt. Sicherlich ging der Essener Sieg in Ordnung, doch lange Zeit lag auch eine Sensation in der Luft.

Regionalliga West

RW Essen - SV Lippstadt 3:1 (0:1)

Im Vergleich zum Spiel in Köln gab es zwei Veränderungen in der Lippstädter Startelf. Während Brosowski und zum ersten Mal auch überraschend Heiserholt auf der Bank Platz nehmen mussten, mischten für sie Gucciardo und Kaiser von Beginn an mit. Die Partie nahm sofort Fahrt auf und nach fünf Minuten versuchte der Essener Kefkir mit einem Fallrückzieher sein Glück. Die Aktion war zwar spektakulär, aber harmlos, da er den Ball nicht richtig traf. Kurz zuvor besaß der SV eine Möglichkeit aus der Kategorie „Zufallsprodukt“. Essens Keeper Golz klärte nämlich nicht energisch, doch Gucciardo reagierte einfach nicht schnell genug, um aus diesem „Bock“ Kapital zu schlagen. Essen machte weiter Druck und holte innerhalb von zwölf Minuten gleich fünf Ecken heraus. Aber der SV hielt den Laden hinten zunächst dicht. So rettete Acquistapace in höchster Not (12.) und wenige Augenblicke später setzte Hildebrandt einen Kopfball ganz knapp neben den Pfosten. In dieser Phase lag die Essener Führung in der Luft.

Der SV hatte aber offenbar andere Pläne und schlug in der 15. Minute eiskalt zu. Die erste Konterchance krönte Kaiser mit dem 1:0, als er nach einer Maßflanke von Matriciani die Kugel im Essener Kasten versenkte. RWE erholte sich aber relativ schnell von diesem Schock. So musste sich SV-Keeper Balkenhoff (22.) mächtig strecken, um eine verunglückte Flanke von Kefkir noch so eben über die Latte zu lenken. In der 37. Minute tauchte dann Dorow völlig frei vor dem Lippstädter Kasten auf, doch er setzte die Ball knapp neben den Pfosten. Den Lippstädtern blieb zwar kaum Zeit zum Durchatmen, doch auch sie hatten bei ihren Entlastungsangriffen durchaus Möglichkeiten. So in der 32. Minute, als Kaiser auf das kurze Eck zielte, aber RWE-Schlussmann Golz auf dem Posten war. Nur zwei Minuten später wurde ein Schuss von Henneke im letzten Moment noch abgelockt. Dann war es der Essener Anhang, der nach 37 Minuten erneut den Torschrei auf den Lippen hatte. Doch wieder war es Dorow, der völlig freistehend den Ball neben den Pfosten setze.

So retteten die Lippstädter die knappe 1:0-Führung schließlich in die Pause.

Wer aber glaubte, dass die Essener nach dem Seitenwechsel das Startsignal für einen Sturmlauf geben würden, der lag mit dieser Einschätzung zunächst gründlich daneben.

Der SV schien die Partie in dieser Phase im Griff zu haben, wurde dann aber in der 69. Minute aus allen Träumen gerissen. Und es war eine Standardsituation, die die den Lippstädtern zum Verhängnis wurde. Nach einer Ecke wuchtete Platzek den Ball per Kopf zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Und genau fünf Minuten später lief dann aus Essener Sicht alles nach Plan.

Mit einem herrlichen Dropkick traf der eingewechselte Dahmani zum 2:1 für Essen ins Schwarze. Würden sich die Lippstädter davon noch einmal erholen. Der SV ging jedenfalls in der Schlussphase volles Risiko. Die Verteidiger Kröner und Köhler hatten ihre Positionen längst verlassen und sich in die Offensive eingeschaltet.

Und tatsächlich, der SV sollte seine Riesenmöglichkeit zum Ausgleich noch bekommen. In der 90. Minute landete die Kugel bei Steringer, der abzog, aber nur die Latte traf. Was für ein Pech!

Als dann in der Nachspielzeit SV-Akteur Acquistapace den Ball an der Mittellinie an Pronivec verlor, stürmte dieser auf und davon und setzte den Schlusspunkt zum 3:1 (93.).