Janik Steringer (r.) und seine Abwehrkollegen boten eine stabile Leistung, machten aber einen Fehler zu viel – und der führte zum 0:1.
Janik Steringer (r.) und seine Abwehrkollegen boten eine stabile Leistung, machten aber einen Fehler zu viel – und der führte zum 0:1.

Liebloses 0:1 am Valentinstag: SV Lippstadt verliert in Köln

In der Halle nebenan spielte Kasalla, doch davon war im Kölner Südstadion nicht viel zu sehen. Der SV Lippstadt verlor bei der 0:1-Niederlage gegen Fortuna Köln das dritte Spiel in Folge. Dabei wäre mit etwas Glück mehr drin gewesen für die Bechtold-Elf. Nils Köhler zum Beispiel traf kurz vor dem Pausenpfiff die Unterkante der Latte.

Regionalliga West
Fortuna Köln - SV Lippstadt 1:0 (0:0)

Lippstadt – Felix Bechtold hatte seine Mannschaft im Vergleich zu den ersten drei Partien des Jahres umgestellt. Köhler sollte in der linken Offensive wirbeln, seinen etatmäßigen Job auf der rechten Abwehrseite übernahm Matriciani. Der wiederum wurde durch Kröner ersetzt.

Ein Konzept, das aufzugehen schien. Die Lippstädter erwischten einen guten Start und erarbeiteten sich innerhalb kürzester Zeit drei Ecken. Große Chancen resultierten daraus zwar nicht, aber die Gäste zeigten, dass mit ihnen zu rechnen ist.

Auf der anderen Seite bewiesen die Fortunen nur allzu oft ihre Abschlussschwäche. Beste Gelegenheiten aus der Distanz von Ochojski (12.), Owusu (15.), Abderrahmane (20.) und Bender (39.) wurden ausgelassen.

Der SV Lippstadt hatte zwar weniger Möglichkeiten, besaß dafür aber die mit Abstand dickste der ersten Halbzeit. Nils Köhler traf nach einem schönen Solo über die linke Seite die Unterkante der Latte, doch der Ball sprang nicht ins, sondern aus dem Tor (45.). Es wäre ein Treffer zum psychologisch günstigen Zeitpunkt gewesen. So aber gings mit einem gerechten 0:0 in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte suchte man die Lippstädter vor dem gegnerischen Tor allerdings vergeblich. Zwar machten Matriciani und Kröner ordentlich Meter auf ihren Außenbahnen, doch sprang nicht eine nennenswerte Torchance für die Schwarz-Roten dabei heraus.

Anders die Fortuna, die im eigenen Stadion nun mehr und mehr die Initiative übernahm. Prokoph kam am Fünfmeter-Raum völlig frei zum Abschluss, doch Acquistapace blockte im letzten Moment (60.). Auch der eingewechselte Lunga machte gleich auf sich aufmerksam. Er setzte seinen Drehschuss aus 18 Metern aber links neben das Tor (67.)

Das konnte nicht lange gut gehen und ging es auch nicht. Letztlich war es ein Kölner Joker, der stach. Hamza Salman, nur wenige Sekunden zuvor eingewechselt, schnappte sich die Kugel und zog aus 18 Metern ab. Sein platzierter Schuss schlug zischte erst Steringer durch die Beine und schlug dann unten rechts im Tor ein, Balkenhoff war ohne Abwehrchance (76.).

„Wir haben uns das Ding wieder selbst reingehauen“, monierte Jonas Acquistapace das Abwehrverhalten beim Gegentreffer.

An den Offensivbemühungen der Schwarz-Roten änderte der Rückstand jedoch nichts. Nach vorne ging nichts bis gar nichts mehr. Die Partie war nun geprägt von Wechseln. Lippstadts Trainer Felix Bechtold sendete mit der Hereinnahme von Angreifer Zottl (kam für Verteidiger Kröner) zwar noch mal ein deutliches Signal an seine Mannschaft, doch der fehlte es gestern Abend schlichtweg an Ideen, um vorne Gefahr auszustrahlen. So blieb die letzte Chance des Spiels den Hausherren überlassen, die kurz vor Abpfiff durch einen sehenswerten Drehschuss von Kelvin Lunga noch auf 2:0 hätten erhöhen können.

Insgesamt war es keinesfalls ein liebloser Auftritt der Schwarz-Roten am Valentinstag. Vor allem in der ersten Hälfte spielten Köhler und Co. munter mit und hielten gut auch in Hälfte zwei gut dagegen. Sportchef Dirk Brökelmann war dennoch stinksauer nach dem Schlusspfiff: „Eine völlig unnötige Niederlage. Wir bringen uns selbst um den Erfolg.“ Sein Team habe „alles unter Kontrolle“ gehabt, dann aber „unnötige Hektik“ hineingebracht.

Von Karnevalsstimmung rund eine Woche vor Weiberfastnacht beim SV Lippstadt also nichts zu spüren. Für sie fühlte sich dieser Freitag eher wie ein Aschermittwoch an.