Neuzugang Johannes Zottl (l.) wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt und gab sein Debüt beim SV Lippstadt. Große Akzente konnte der Bayer, der zuletzt für den Lüner SV spielte, allerdings nicht setzen. Überhaupt waren die Schwarz-Roten im Angriff zu harmlos.
Neuzugang Johannes Zottl (l.) wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt und gab sein Debüt beim SV Lippstadt. Große Akzente konnte der Bayer, der zuletzt für den Lüner SV spielte, allerdings nicht setzen. Überhaupt waren die Schwarz-Roten im Angriff zu harmlos.

0:2 - SV im Angriff viel zu harmlos

Nichts passiert im Abstiegskampf: Das war die beste Nachricht nach dem 24. Spieltag in der Regionalliga West. Zwar unterlag der SV Lippstadt der U23 von Borussia Mönchengladbach völlig verdient mit 0:2, aber parallel ging auch die Konkurrenz komplett leer aus. Es bleibt also spannend.

Regionalliga West
SV Lippstadt - Borussia Mönchengladbach U23 0:2 (0:0)


Felix Bechtold hielt sich nicht lange auf mit der Spielanalyse. „Der Gladbacher Sieg geht in Ordnung“, gestand der SV-Coach ein, „wir schütteln uns jetzt kurz und konzentrieren uns auf Köln und Bergisch Gladbach.“ In diesen beiden Partien müssen die Schwarz-Roten punkten, ein Zähler gegen den Bundesliga-Nachwuchs vom Niederrhein wäre eher ein Bonus gewesen.

Dabei durften die Lippstädter eine Stunde lang auf einen „dreckigen“ Punkt hoffen. Doch dann schlugen die Gäste innerhalb von zehn Minuten zweimal zu: Kapitän Thomas Kraus schickte den SV mit seinen beiden Treffern (60./70.) auf die Verliererstraße. In der Schlussphase hätte das Ergebnis noch höher ausfallen können, doch Lippstadts Bester, Torhüter Christopher Balkenhoff, reagierte glänzend gegen Italiano und Hanraths. Ein 0:3 oder gar 0:4 wäre dann wohl auch des Schlechten zu viel gewesen.

Größtes Manko im SV-Spiel war die Offensive, den Gastgebern fehlte die Durchschlagskraft. Ein Flachschuss von Nils Köhler, den Gladbachs Keeper Olschowsky soeben noch entschärfen konnte sowie ein Freistoß des eingewechselten Dardan Karimani - das war’s aus Sicht der Gastgeber.

Daran konnte auch Johannes Zottl nichts ändern, der in der zweiten Halbzeit sein Debüt beim SV Lippstadt gab. Der Neuzugang vom Lüner SV bemühte sich, wechselte immer wieder die Positionen, wartete letztlich aber vergeblich auf das entscheidende Zuspiel. „Es war ein sehr kampfbetonten Spiel“, meinte der 25-jährige gebürtige Bayer hinterher, „wenn wir das 1:0 erzielt hätten, wäre vielleicht was drin gewesen für uns.“ Trotz der Niederlage zog Zottl ein positives Zwischenfazit: „Die Jungs hier haben mich gut aufgenommen und mir den Einstieg leicht gemacht.“

Tatsache ist: Ein 1:0 für den SV Lippstadt lag in der Liebelt-Arena praktisch zu keiner Zeit in der Luft. Vor allem im ersten Durchgang bekamen die 615 Zuschauer wenig zu sehen. Beide Mannschaften setzten zuerst auf Sicherheit, schoben sich den Ball hin und her und versuchten, Fehler zu vermeiden. „Der Platz war total schlecht“, kritisierte Borussias Coach Arie van Lent in der Pressekonferenz, „da war es schwer, vernünftig Fußball zu spielen.“

Ob es allein am Rasen lag? Beide Mannschaften brachten keinen strukturierten Spielaufbau zustande, leisteten sich dafür viele Fehlpässe - also nichts fürs Auge. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fuhr den Lippstädter Anhängern dann aber mächtig der Schreck in die Glieder, als Gladbachs Kraus nach einem Pass von Cirillo völlig frei vor dem SV-Kasten auftauchte. Doch Torhüter Christopher Balkenhoff verhinderte mit seiner ersten Glanztat einen sicher geglaubten Rückstand.

Nach dem Wechsel erhöhte der Bundesliga-Nachwuchs die Intensität. Das Geschehen in der Liebelt-Arena verlagerte sich immer mehr in die Hälfte der Gastgeber. Zumeist präsentierte sich die SV-Abwehr um die beiden Innenverteidiger Jonas Acquistapace und Janik Steringer sattelfest. Bis zur 60. Minute: Gegen Steinkötter konnte Balkenhoff noch klären, doch im zweiten Versuch aus kurzer Distanz erzielte Kraus das 0:1. Die Borussia blieb am Drücker und erhöhte zehn Minuten später auf 0:2. Erneut war Kapitän Kraus der Torschütze.

Spieler und Fans des SV Lippstadt protestierten heftig, sie wollten eine Abseitsposition erkannt haben. Doch der Treffer zählte. Zu Recht, wie der „Videobeweis“ kurz nach dem Abpfiff ergab.

Für die Schwarz-Roten kann die Devise jetzt nur lauten: Mund abwischen und weitermachen. Am Freitag bei Fortuna Köln und eine Woche später gegen Bergisch Gladbach geht es um wichtige Punkte im Abstiegskampf. „Vier wären gut“, hat Präsident Thilo Altmann seine persönliche Rechnung. Kein Widerspruch.

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