In dieser Szene hätte unmittelbar nach dem 1:0 für den SV Lippstadt das 2:0 fallen können. Doch der Ex-Schalker Finn Heiserholt (l.) und Valentin Henneke (r.) behinderten sich beim Abschluss gegenseitig. Der ehemalige Lippstädter Kapitän Fabian Lübbers klammert fleißig von hinten. Fotos: Raestrup
In dieser Szene hätte unmittelbar nach dem 1:0 für den SV Lippstadt das 2:0 fallen können. Doch der Ex-Schalker Finn Heiserholt (l.) und Valentin Henneke (r.) behinderten sich beim Abschluss gegenseitig. Der ehemalige Lippstädter Kapitän Fabian Lübbers klammert fleißig von hinten. Fotos: Raestrup

SV Lippstadt siegt mit Kampfgeist und Kontern

Es war kein gutes Wochenende für Königsblau. Zwei Spiele, 0:7 Tore, zwei Niederlagen. Und für eine davon zeichnet der SV Lippstadt verantwortlich, der die Knappen-Reserve am Samstag dank einer vor allem kämpferisch überzeugenden Leistung mit 2:0 besiegt und damit die ersten drei wichtigen Zähler für das Projekt Klassenerhalt gesammelt hat.

Regionalliga West

SV Lippstadt - FC Schalke U23 2:0 (1:0)

Felix Bechtold ist kein Mann der großen Gesten. Unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie ballte der SV-Trainer kurz die Faust und verschwand postwendend in der Kabine. Ob der 28-Jährige dort dann ein kleines privates Freudentänzchen aufgeführt hat? Er hätte nämlich allen Grund dazu gehabt.

Seine Schützlinge hatten soeben auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt ein erstes wichtiges Zeichen gesetzt. Der Sieg gegen Schalke war nicht unbedingt verdient, die Art und Weise, wie die Schwarz-Roten ihn einfuhren, aber umso bemerkenswerter. „Wir wollen nicht in Schönheit sterben“, hatte Bechtold im großen Patriot-Interview vor Beginn der Restrunde gesagt. Und das war seinen Spielern auf dem Feld deutlich anzumerken.

Broschs Brustlöser

Ja, die ersten 25 Minuten liefen nicht gut für Schwarz-Rot. Schalke machte das Spiel, der SV war ausschließlich mit Verteidigen beschäftigt. Doch diese Phase endete prompt, als Kapitän Janik Brosch seine Elf mit dem ersten Torschuss überhaupt mit 1:0 in Führung brachte (26.). Dass der Schuss aus 18 Metern abgefälscht war? Geschenkt, denn für die Hausherren war dieser Glückstreffer der Brustlöser.

Auf einmal war alles da: Bissigkeit in den Zweikämpfen, Spielfreude nach vorne, Torchancen. Das 2:0 hätte sofort folgen können, wenn sich Heiserholt und Henneke nach einer Ecke beim Torschuss nicht gegenseitig behindert hätten (27.).

Es folgten wütende Angriffe der Bundesliga-Reserve, die die Lippstädter aber mit Leidenschaft verteidigten. Und wenn die Defensive um Abwehrchef Jonas Acquistapace mal kein Bein rechtzeitig dazwischen bekam, war immer noch Keeper Balkenhoff da. Dessen stärkste Aktion war eine gekonnte Fußabwehr nach einer 1:1-Situation mit Schalkes Candan (69.).

Lippstädter Konterfußball

Die Hausherren verlegten sich derweil ausschließlich aufs Kontern. Vor allem die schnellen Spitzen Brosch und Brosowski sollten Gefahr vor dem S04-Kasten ausstrahlen. Das gelang nicht immer perfekt, erfüllte jedoch seinen Zweck. Besonders, wenn sich der starke Außenverteidiger Matriciani ins Offensivspiel einschaltete. Trotz 1,87 Meter Körpergröße überrannte das SV-Eigengewächs seinen Gegenspieler auf der Außenbahn ein ums andere Mal. Gekrönt wurden diese mutigen Sturmläufe durch die Vorbereitung des Treffers zum entscheidenden 2:0 durch den eingewechselten Yannick Albrecht. Auch hier hatte sich Matriciani bis zur Torauslinie durchgetankt und dann klug auf Lippstadts stärksten Angreifer zurücklegt, der das Leder an den rechten Innenpfosten setzte, von wo aus es ins Tor sprang (90.+2).

Es war ein leicht veränderter SV Lippstadt an diesem Samstag, vor allem in der zweiten Hälfte. Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen traf auf überfallartigen Konterfußball. Genau so kann es gehen im Abstiegskampf für den SV Lippstadt. Ebenfalls auffällig: Der zuletzt oft verschmähte lange Ball nach vorne hat wieder Einzug ins Lippstädter Spiel gefunden. Nicht übermäßig, sondern wohl dosiert.

Es war ein Spiel, das Mut macht für die nächsten Wochen. Zumal bereits am kommenden Freitag das Derby beim Tabellendritten SC Verl ansteht (Anstoß: 19 Uhr).

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