Ein Spieler aus Rödinghausen, vier des SV Lippstadt – und trotzdem kam die Kugel auch nach dieser Situation gefährlich auf den schwarz-roten Kasten. Vor allem in der ersten Hälfte waren die Schützlinge von Trainer Felix Bechtold den Gästen hoffnungslos unterlegen.Fotos: Raestrup
Ein Spieler aus Rödinghausen, vier des SV Lippstadt – und trotzdem kam die Kugel auch nach dieser Situation gefährlich auf den schwarz-roten Kasten. Vor allem in der ersten Hälfte waren die Schützlinge von Trainer Felix Bechtold den Gästen hoffnungslos unterlegen.Fotos: Raestrup

SV Lippstadt: Horror-Halbzeit kurz nach Halloween

Gruselig, erschreckend, blutleer – und das zwei Tage nach Halloween: Die erste Halbzeit des SV Lippstadt im Heimspiel gegen den SV Rödinghausen hätte dem Gruselfest am Abend vor Allerheiligen aus Lippstädter Sicht trotzdem alle Ehre gemacht. Bei der 0:4-Niederlage gegen den SV Rödinghausen war die Partie nach einer halben Stunde entschieden. Dass SV-Keeper Balkenhoff kurz vor der Pause aufgrund einer Notbremse dann auch noch Rot sah, machte den Horrortag für die Bechtold-Elf perfekt.

Regionalliga West

SV Lippstadt - SV Rödinghausen 0:4 (0:3)

Wenn ein Trainer unmittelbar nach der Partie die Analyse verweigert, kann man sich gut vorstellen, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. „Das Spiel hat sich schnell entschieden. Warum, wieso, weshalb – das haben wir heute alle gesehen“, lautete das knappe Fazit von Felix Bechtold, der gleich danach wieder in den „Wir-schaffen-das-Modus“ schaltete. Gebetsmühlenartig wiederholte der Coach, dass er an sein Team glaubt und die entscheidenden Partien noch kommen werden.

Klar, gegen diesen starken SV Rödinghausen kann man verlieren. Klar ist aber auch, dass die Schwarz-Roten an diesem Nachmittag froh sein konnten, dass der Gast nach dem dritten Treffer mindestens drei Gänge zurückschaltete. Sonst wäre die Niederlage sicherlich noch höher ausgefallen.

Gegenüber der 1:4-Niederlage in Köln hatte Bechtold seine Startformation gleich auf vier Positionen verändert. Für Altun, Albrecht, Harder und Henneke rückten Hoffmeier, Arenz, Gucciardo und Schindler in die erste Elf. Doch auch dieses neue Quartett schaute nur zu, als die Gäste in der neunten Minute in Führung gingen: Heiserholt griff auf der linken Abwehrseite den Flankengeber Meyer nicht richtig an und Letzterer brachte die Kugel passgenau in die Mitte, wo SVR-Torjäger Engelmann – sträflich alleine gelassen von Kröner und Matriciani – wuchtig einköpfte.

Danach versuchten sich die Schwarz-Roten neu zu ordnen, waren vor allem im Mittelfeld aber oft den entscheidenden Schritt zu langsam. Nur einmal reagierte Gucciardo gedankenschnell, als er dem SVR-Keeper nach einem Rückpass die Kugel abluchste und Brosch anschließend gut in Szene setzte. Doch der Schuss des SV-Kapitäns aus halblinker Position ging meterweit am Kasten vorbei (16.).

Sinnbildlich für die Verunsicherung der Hausherren dann das 2:0 für Rödinghausen: Über Umwege landete der Ball nach einem Freistoß an der Eckfahne, prallte von dort aus zurück ins Feld. Der einzige Akteur, der darauf spekulierte, war der Rödinghäuser Wolff, der sich den Ball holte und scharf in die Mitte flankte. Dort hielten gleich mehrere Spieler den Fuß hin. Letztlich bugsierte SV-Abwehrchef Kröner das Leder ins eigene Tor (20.).

Der SV Lippstadt war angezählt und das merkte auch das Maaßen-Team. Mit ultrahohem Pressing setzten die Gäste Heiserholt und Co. schon am eigenen Sechzehner unter Druck. Und als sich die Lippstädter dann doch mal befreien konnten, reichte ein Fehlpass im Mittelfeld und es ging blitzschnell: Ein kluger Pass in die Tiefe für Engelmann, der SV-Torwart Balkenhoff locker umkurvte und für die frühe Vorentscheidung sorgte: 0:3 (32.).

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon durch, doch es kam noch dicker für den SV Lippstadt: Balkenhoff kam nach einem langen Ball gegen Meyer kurz vor der Strafraum-Linie zu spät und rempelte den SVR-Akteur Meyer um. Schiedsrichter Fuchs fackelte nicht lange, wartete die kurze Rudelbildung ab und zeigte dem SV-Keeper dann den roten Karton (38.). Gucciardo musste schließlich für Ersatztorhüter Jannik Erlmann weichen.

Mit zehn Mann und 0:3 in Rückstand ging es für die Lippstädter in der zweiten Hälfte nur noch um Schadensbegrenzung. Die Gäste aus dem Kreis Herford taten der Bechtold-Elf den Gefallen und ruhten sich auf ihrer komfortablen Führung aus. Ein verkorkster Rückpass auf den Rödinghäuser Keeper (67.) sowie eine schöne Einzelaktion von Außenverteidiger Henning Matriciani (69.), der mit seinem Schuss ins kurze Eck am Torwart scheiterte, blieben die einzigen nennenswerten Offensivbemühungen der Lippstädter. Der Treffer zum 4:0 für die Gäste war dann noch mal etwas fürs Auge – ihm war feiner Kombinationsfußball vorausgegangen (87.).

Zwei Wochen hat der SV Lippstadt nun Zeit, seine Wunden zu lecken. Da die Auswärtspartie in Wattenscheid ausfällt, geht es für das Bechtold-Team erst am 16. November weiter. Dann kommt Rot-Weiß Oberhausen in die Liebelt-Arena.

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