Was für ein enttäuschendes Spiel: Der SV Lippstadt verlor bei den Sportfreunden Lotte mit 0:4 und wurde vom Drittliga-Absteiger in der ersten Halbzeit regelrecht vorgeführt. Entsprechend schwer fiel nach dem Schlusspfiff der Gang zu den mitgereisten Fans.
Was für ein enttäuschendes Spiel: Der SV Lippstadt verlor bei den Sportfreunden Lotte mit 0:4 und wurde vom Drittliga-Absteiger in der ersten Halbzeit regelrecht vorgeführt. Entsprechend schwer fiel nach dem Schlusspfiff der Gang zu den mitgereisten Fans.

SV-Trainer Bechtold: „So sind wir nicht konkurrenzfähig“

Schlecht, schlechter, SV Lippstadt: Die schwarz-roten Kicker kamen am Samstag am Lotter Autobahnkreuz mächtig unter die Räder. Dabei hatten sie sogar noch Glück, dass sich die Sportfreunde gnädig zeigten und es bei vier Treffern beließen. Trainer Felix Bechtold fand nach der extrem schwachen Vorstellung seiner Mannschaft harte, aber richtige Worte: „So sind wir in dieser Liga nicht konkurrenzfähig.“

Regionalliga West
SF Lotte - SV Lippstadt 4:0 (3:0)

Der Lippstädter Coach nahm in der Pressekonferenz kein Blatt vor den Mund: „So etwas passiert, wenn man nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel geht. Wir hatten heute zu viele Ausfälle.“ Bum. Das saß. Wahrscheinlich hätte der 28-Jährige in der Pause am liebsten acht, neun seiner Schützlinge ausgewechselt. Letztlich brachte er nach den ersten 45 Minuten mit Henneke, Sezer und Maiella drei frische Kräfte, die beim Stand von 0:3 wohl ein Debakel verhindern sollten. Was sich die Gäste, die mit Hoffmeier für Henneke nur auf einer Position verändert waren, zusammen kickten, ist in Worten kaum zu beschreiben. „Desolat“, fasste es ein Zuschauer kurz und knapp zusammen.

Bechtold selbst hatte offenbar eine böse Vorahnung. Er befürchtete nach dem Highlight gegen Essen mit vielen Schulterklopfern eine höchst komplizierte Aufgabe gegen ein Top-Gegner. Genau so kam es dann auch.

Die Gäste wurden vom Anpfiff an regelrecht überrollt. Keine Ahnung, ob die elf SVer auf dem Rasen schon in die offiziell 874 Zuschauer eingerechnet waren. Sie wirkten wie Statisten, immer wieder wurden die Abwehrspieler von den flinken Sportfreunden wie Slalomstangen umkurvt. Lippstadt hatte absolut keinen Zugriff auf die Partie, das Hinsehen muss den mitgereisten Fans richtig wehgetan haben. Die packten nach dem (erlösenden) Schlusspfiff dann auch wortlos ihre Transparente ein.

Um es deutlich zu formulieren: Die Mannschaft des SV Lippstadt stand am Samstagnachmittag in der ersten Halbzeit neben sich. „Das Spiel war nach 20 Minuten erledigt“, analysierte ein konsternierter Trainer Bechtold später treffend. Die Sportfreunde Lotte spielten mit den Schwarz-Roten Katz und Maus. Angriff über Angriff rollte auf das Lippstädter Tor, in dem ein bedauernswerter Ersatzkapitän Balkenhoff stand. „Wir waren total verunsichert -erst recht nach dem frühen 1:0. Lotte hat das schnell erkannt und ausgenutzt“, rang der Keeper nach Fassung.

Die SVer wurden von ihren Kontrahenten widerstandslos überlaufen. Oder es genügte ein einfacher Pass, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. Au, au?–?SV!

Bereits in der 6. Minute erzielte Sobotta nach einem Angriff über links aus kurzer Distanz das 1:0. Eine Variante, die Lotte mehrfach gefährlich einsetzte. Es blieb beim Einbahnstraßen-Fußball am Autobahnkreuz. Freiberger vergab zwei Großchancen zum 2:0, dann fischte Balkenhoff einen Freistoß aus dem kurzen Eck. Wie aus heiterem Himmel dann eine sehr gute Möglichkeit für die Gäste, doch Heiserholt traf nur den Außenpfosten (34.). Das längst überfällige 2:0 erzielte Langlitz mit einem sehenswerten Freistoß (41.), und Freiberger stellte noch vor der Pause auf 3:0 (45.) - natürlich wieder nach einem Angriff über links, bei dem Hoffmeier mal eben abgehängt wurde. „Es hätte sich keiner beschweren dürfen, wenn wir 4:0 oder 5:0 geführt hätten“, sagte Lottes Trainer Atalan zum ersten Durchgang. Damit hatte er zweifellos recht.

Die SV-Kicker kamen mehr als fünf Minuten früher aus der Kabine als die Sportfreude. Vielleicht um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren, eine drohende zweistellige Niederlage verhindern zu wollen. Tatsächlich wurde es aus Sicht der Gäste auch ein bisschen erträglicher. Lotte schaltete mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken allerdings auch mindestens einen Gang zurück. Dennoch lag auch nach dem Wechsel eher ein 4:0 in der Luft als ein 1:3. Das markierte schließlich der eingewechselte Reimerink in der 88. Minute.

„Das einzig Gute ist, dass sich schon am Dienstag gegen Wuppertal die Chance zur Wiedergutmachung bietet“, murmelte ein enttäuschter Felix Bechtold auf der PK. Die Fans sind gespannt, wie das aussehen wird.

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