Der wird doch nicht? Fast hätte Lippstadts Ex-Kapitän Fabian Lübbers (Mitte) hier seine Kopfballstärke ausgespielt. Aber Torhüter Christopher Balkenhoff, Nils Köhler, Gerrit Kaiser und Finn Heiserholt (v.l.) verhinderten in dieser Szene einen Torerfolg ihres früheren Mitspielers. Fotos: Lütkehaus
Der wird doch nicht? Fast hätte Lippstadts Ex-Kapitän Fabian Lübbers (Mitte) hier seine Kopfballstärke ausgespielt. Aber Torhüter Christopher Balkenhoff, Nils Köhler, Gerrit Kaiser und Finn Heiserholt (v.l.) verhinderten in dieser Szene einen Torerfolg ihres früheren Mitspielers. Fotos: Lütkehaus

Steringer rettet Punkt gegen Schalke

Innenverteidiger Janik Steringer rettete dem SV Lippstadt mit seinem Tor in der 85. Minute einen Punkt im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04. 1:1 hieß es am Ende im Bottroper Jahnstadion. Dieses Ergebnis entsprach dann auch dem Spielverlauf.

Regionalliga West

FC Schalke 04 U23 - SV Lippstadt 1:1 (0:0)

Nach dem Abpfiff wussten die Gäste nicht so recht, ob sie sie sich ärgern oder freuen sollten. Denn die 90 Minuten waren für beide Mannschaften zumindest ein kleines Wechselbad der Gefühle. Schalke setzte den SV bei seiner Saisonpremiere von Beginn an unter Druck, hatte durch Candan und Hofmann auch die ersten Halbchancen.

Trotzdem hätten die Lippstädter zur Pause vorn liegen müssen, denn sie besaßen zwei glasklare Möglichkeiten. Nach einem schönen Angriff über Köhler und Albrecht stand Brosch zehn Meter vor dem Tor völlig blank, doch der Kapitän verzog (24.). Unfassbar! „So ein Ding muss man einfach machen“, ärgerte sich Trainer Felix Bechtold noch in der Pressekonferenz.

Damit nicht genug: Zehn Minuten später prüfte Steringer Schalkes Keeper Ahlers aus dem Gewühl heraus, im Nachschuss hatte Kaiser freie Bahn, doch er knallte die Kugel auf den Torwart. Königsblau hatte mehr Spielanteile, aber der SV Lippstadt die klareren Gelegenheiten. Keine Frage, das Bechtold-Team hätte nach der ersten Halbzeit führen müssen. So das Zwischenfazit nach den ersten 45 Minuten. „Wir sind zunächst schwer reingekommen. Schalke hat gut gespielt“, analysierte Torschütze Janik Steringer nach dem Abpfiff, „nach dem bitteren Gegentreffer war es dann einfach großartig, dass ich das Tor zum 1:1 machen kann. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein.“

Unter den Augen von Lippstadts Ex-Trainer Daniel Berlinski entwickelte der zweite Durchgang deutlich mehr Action. Und die ging zunächst von den Gastgebern aus. Kapitän Eggert traf mit einem leicht abgefälschten 20-Meter-Freistoß den Pfosten. SV-Torhüter Balkenhoff wäre machtlos gewesen. Als der anschließende Eckball in den Strafraum segelte, köpfte Becker das Leder völlig unbedrängt zum 1:0 ins Tor. „Der Ball flog genau dorthin, wo wir es erwartet hatten“, konnte Bechtold den Blackout seiner Abwehr kaum fassen.

Jetzt begann die Phase, in der Schalke die Begegnung hätte entscheiden müssen. Angriff auf Angriff rollte auf den Kasten der Gäste. Erneut Becker scheiterte mit einem Kopfball (57.), dann reagierte Balkenhoff prächtig gegen Firat (60.) und Gueye schlug im Strafraum einen Haken zu viel (65.). Schalke verpasste die Vorentscheidung, und der SV Lippstadt kam mit frischen Offensivkräften noch einmal zurück. Gleich mit einem Knalleffekt?–?wie schon im Heimspiel gegen Bonn donnerte Arenz das Spielgerät an die Latte, diesmal aus 25 Metern an die Unterkante. Es war eine Art Weckruf für die Schwarz-Roten, die beim Aufsteiger auf keinen Fall verlieren wollten. Der letztlich verdiente Ausgleich fiel in der 85. Minute: Köhler schlenzte einen Freistoß aus halbrechter Position an der Mauer vorbei, Schalkes Torhüter Ahlers ließ den Ball abprallen?–?Steringer reagierte blitzschnell und staubte zum 1:1 ab.

„Ahlers hat uns lange Zeit im Spiel gehalten“, nahm S04-Trainer Torsten Fröhling seine Nummer 1 später in Schutz. Den Lippstädtern war es egal. Sie feierten den ersten Auswärtspunkt der Saison. Wohl wissend, dass vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre.

Trainer Felix Bechtold stapfte nach dem Abpfiff direkt in die Kabine, wo er seine Schützlinge versammelte, um ihnen ein paar passende Worte zu sagen. Der Coach bemängelte die Chancenverwertung seines Teams. „Die Jungs müssen kritischer mit sich umgehen“, so der 28-Jährige, „aber ich bin trotzdem stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein.“

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