U19-Spieler Maik Reimer (l.) kam kurz nach der Halbzeit für Kevin Holz, aber auch er konnte im Lippstädter Spiel keine Akzente setzen.
U19-Spieler Maik Reimer (l.) kam kurz nach der Halbzeit für Kevin Holz, aber auch er konnte im Lippstädter Spiel keine Akzente setzen.

SV vergibt den ersten Matchball

Endlich herrscht Klarheit, doch genutzt hat sie dem SV Lippstadt nichts: Nach den Ergebnissen von Samstag stand vor der Auswärtspartie bei der SG Wattenscheid fest, dass die Berlinski-Elf mit einem Sieg endgültig den Klassenerhalt eintüten kann. Allerdings vergaben die Schwarz-Roten diesen ersten von vier Matchbällen und kassierten beim ehemaligen Bundesligisten eine völlig verdiente 0:3-Klatsche.

Regionalliga West

SG Wattenscheid 09 - SV Lippstadt 0:3 (0:2)

Lippstadt – 0:3 – das klingt heftig, doch sind die Lippstädter mit diesem Ergebnis in Wattenscheid noch gut bedient gewesen. Daniel Berlinski sprach von einem „gebrauchten Tag“ und sah im Bochumer Stadtteil eine SV-Mannschaft, die vor allem in der zweiten Halbzeit außer zahllosen Fehlpässen nicht viel zustande brachte.

Dabei sah es nach den ersten 20 Minuten gar nicht so übel aus. Die Schwarz-Roten, bei denen Kaldewey den angeschlagenen Schubert in der Viererkette vertrat, hatten sogar die erste (Halb-)Chance. Ob es eine Flanke oder ein Torschuss werden sollte, weiß nur Kevin Holz selbst. Jedenfalls senkte sich sein Versuch aus halbrechter Position gefährlich in Richtung Wattenscheider Kasten, landete jedoch auf dem Tornetz (10.).

Diese Szene blieb die einzige ansatzweise als gefährliche Tormöglichkeit zu bezeichnende Aktion für den SV Lippstadt. Zudem musste Berlinski früh wechseln. Nach einem Zweikampf war der ohnehin angeschlagene Kevin Hoffmeier liegen geblieben. Paolo Maiella kam für ihn in die Partie (21.).

Ein Knacks, der den Gästen anzumerken war. Danach spielten fast nur noch die Wattenscheider, die vor allem durch Standards Gefahr ausstrahlten. Ein wunderschöner in den rechten Winkel gezirkelter Freißtoß aus 18 Metern von Mael Corboz brachte schließlich die 1:0-Führung für die SG und das Lohrheide-Stadion zum Beben (24.). Der US-Amerikaner im Trikot der SG Wattenscheid musste an diesem Tag seinen Zauberfuß eingepackt haben, denn ein weiterer seiner gefährlichen Freistöße aus fast identischer Position landete fünf Minuten vor der Pause am linken Pfosten.

Auch der zweite SG-Treffer fiel nach einer Standardsituation: Lübbers und Kaldewey stiegen nach einer Ecke nicht hoch genug und Frederik Lach köpfte die Kugel für SV-Keeper Balkenhoff unhaltbar unter die Latte (43.).

An taktischen Anweisungen und deutlichen Worten mangelte es nicht in der Gästekabine. „Wir wollten nach der Halbzeit ein frühes Angriffspressing spielen und den Gegner so zu Fehlern zwingen“, erklärte Daniel Berlinski nach der Partie. Das Konzept klingt logisch, doch seine Schützlinge bekamen es nicht umgesetzt. Ein Fehlpass im Aufbauspiel jagte den nächsten, was den Hausherren unzählige Kontermöglichkeiten eröffnete. Vor allem Diallo machte über die rechte Angriffsseite der SG richtig Alarm und überlief Langesberg dabei nicht nur einmal.

Und so kam auch das 0:3 aus Lippstädter Sicht zustande, das nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff jeglichen Glauben an eine SV-Aufholjagd auslöschte: Diallo dribbelte Langesberg auf der linken Abwehrseite wieder einmal schwindlig und passte den Ball scharf in die Mitte, wo Canbulut höflich Danke sagte und das Leder an Balkenhoff vorbei im Tor unterbrachte (51.).

„Danach war die Partie gelaufen“, musste auch Berlinski im Nachhinein einsehen, denn seine Mannschaft hatte nun zwar mehr Ballbesitz. Doch das lag einzig und allein an der Tatsache, dass die Gastgeber zwei Gänge zurückschalteten. Dabei war die SG über ihre Gegenangriffe aber immer wieder brandgefährlich. Gut für den SV, dass es im Bochumer Stadtteil gestern scheinbar kein Zielwasser zu trinken gab, denn die Hausherren vergaben noch zahlreiche Großchancen. Möglichkeiten, von denen der SV in dieser Partie nur träumen konnte.

Übrigens hat der SV Lippstadt am Wochenende die Lizenz für die Regionalliga-Saison 2019/2020 erhalten – ohne Auflagen. Jetzt fehlt „nur“ noch der sportliche Klassenerhalt. Bereits am kommenden Mittwochabend hat die Mannschaft von Daniel Berlinski in der Nachholpartie beim FC Kaan-Marienborn die nächste Möglichkeit, den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wasserdicht einzutüten.

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