Es durfte kräftig gejubelt werden beim SV: In erster Linie über den 1:0-Sieg bei der U23 von Borussia Dortmund, aber höchstwahrscheinlich auch über den Klassenerhalt (v.l.): Torhüter Christopher Balkenhoff, Torschütze Kevin Holz, Stefan Kaldewey (verdeckt) und Kevin Hoffmeier. Fotos: Lütkehaus
Es durfte kräftig gejubelt werden beim SV: In erster Linie über den 1:0-Sieg bei der U23 von Borussia Dortmund, aber höchstwahrscheinlich auch über den Klassenerhalt (v.l.): Torhüter Christopher Balkenhoff, Torschütze Kevin Holz, Stefan Kaldewey (verdeckt) und Kevin Hoffmeier. Fotos: Lütkehaus

Holz knackt BVB und die 40 Punkte

Die Frage, ob der 1:0-Sieg beim BVB und die nunmehr 40 Punkte gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt seien, beantwortete Daniel Berlinski mit einem breiten Grinsen: „In den letzten sieben, acht Jahren haben die gereicht.“ Doch dann fügte der Trainer des SV Lippstadt eher ein bisschen vorsichtig hinzu: „Wir sind noch nicht durch! Aber wir haben jetzt eine sehr gute Ausgangslage.“

Regionalliga West
Borussia Dortmund U23 - SV Lippstadt 0:1 (0:0)

Abseits aller grauen mathematischen Theorien hat Kevin Holz als Schütze des goldenen Tores den SV Lippstadt am Ostersonntag zu einem historischen Erfolg geschossen. Denn noch nie in ihrer Vereinsgeschichte konnten sich die Schwarz-Roten in der Regionalliga behaupten. Es müsste schon mit mehreren Teufeln zugehen, wenn das jetzt nicht klappen sollte.

Vier Spieltage vor Schluss hat der SV Lippstadt neun Punkte Vorsprung auf den Tabellensechzehnten SC Wiedenbrück und noch eine Begegnung in der Hinterhand. Sollte es vier Absteiger aus der Regionalliga West geben, beträgt das Polster satte sieben Punkte auf den SV Straelen, der ebenfalls schon eine Partie mehr absolviert hat.

Für die Fans ist der Fall klar: Sie feierten ihre Helden am Sonntagnachmittag im Stadion Rote Erde, als wären die gerade Meister geworden. Man könnte den Applaus der glückseligen Anhänger auch als Anerkennung für einen starken, entschlossenen Auftritt bei der Bundesliga-Reserve werten. Denn der Sieg des Aufsteigers entstand nicht etwa glücklich oder zufällig, sondern er war völlig verdient.

Die Berlinski-Elf kontrollierte über weite Strecken das Geschehen. Der SV-Coach beorderte Kevin Holz und Valentin Henneke in die Startelf. Stürmer Exauce Andzouana blieb zunächst auf der Bank, den Part des verletzten Nils Köhler links in der Viererkette übernahm Janik Brosch. Damit hatte Berlinski ganz offensichtlich die richtige Wahl getroffen.

Lippstadt spielte im ersten Durchgang groß auf, ließ vor dem eigenen Tor nichts anbrennen und kam selbst zu einigen guten Chancen. Die Partie war gerade mal 15 Sekunden alt, da hatte Gerrit Kaiser nach einem dicken Bock in der Dortmunder Abwehr das 1:0 auf dem Fuß. Doch der SV-Stürmer agierte zu überhastet, drosch den Ball freistehend über den Kasten. In der 24. Minute versuchte es erneut Kaiser mit einem Heber, den BVB-Keeper Oelschlägel mit den Fingerspitzen so gerade noch entschärfte.

Lübbers’ Kopfball (35.) flog knapp am Pfosten vorbei. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff dann das dickste Ding für den SV: Schöne Kombination über Schubert und Henneke, Kaiser zog am Fünfmeterraum sofort ab. Aber der BVB-Schlussmann verhinderte mit einer glänzenden Reaktion das 0:1. Sein Gegenüber Christopher Balkenhoff musste insgesamt nur zweimal eingreifen, wurde dabei aber kaum gefordert.

Zur Pause hätten die Gäste eigentlich führen müssen. Das holten sie in der 47. Minute nach: Janik Brosch stürmte über den linken Flügel nach vorn, dessen präzise Hereingabe verwertete Kevin Holz zum verdienten Führungstreffer (47.). Ein Schuss ins kurze Eck, der praktisch den Klassenerhalt bedeutet.

Ohne Zweifel aber war es ein Schuss zum Genießen. Denn der kleine Flügelflitzer wurde in den vergangenen Wochen nicht so häufig vom Trainer berücksichtigt. „Jeder ist unzufrieden, wenn er nicht spielt“, gab er Angreifer später zu, „aber jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich den entscheidenen Treffer erzielt habe. Wir haben jetzt 40 Punkte und können stolz auf diese Leistung sein.“

Nur einmal gerieten die drei Zähler für den Aufsteiger in Gefahr, als ein Freistoß von Gomez an Freund und Feind verbeisegelte und schließlich an den linken Pfosten klatschte (49.). Den Abpraller klärte Kaiser akrobatisch gegen gleich drei einschussbereite Dortmunder.

Viel mehr hatten die Schwarz-Gelben an diesem Nachmittag nicht zu bieten. Im Gegenteil: Fast hätte der eingewechselte Exauce Andzouana auf 2:0 gestellt (62.), nachdem BVB-Kapitän Schwermann den Ball am eigenen Strafraum vertändelt hatte. Die Schlussoffensive der Gastgeber, die unter der Woche bereits gegen den 1. FC Kaan-Marienborn verloren hatten, erwies sich als harmlos. Lippstadt brachte den Sieg ohne größere Probleme nach Hause.

Mit Baxmanns Schuss an Außennetz in der Nachspielzeit war dann Schluss–aber nicht mit lustig. Spieler, Trainer, Betreuer und Fans des SV Lippstadt feierten in der Roten Erde einen verdienten Auswärtserfolg. Und zu 99,9 Prozent auch den Klassenerhalt.

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