Der Kapitän ging voran: Fabian Lübbers brachte den SV Lippstadt in der 18. Minute mit 1:0 in Führung. Es war sein fünfter Treffer in der laufenden Serie. Beim Jubel zeigte er auch den Herzchen-Gruß, der seiner Freundin Janine galt. Lübbers’ Zukunft beim SV scheint noch offen. Fotos: Lütkehaus
Der Kapitän ging voran: Fabian Lübbers brachte den SV Lippstadt in der 18. Minute mit 1:0 in Führung. Es war sein fünfter Treffer in der laufenden Serie. Beim Jubel zeigte er auch den Herzchen-Gruß, der seiner Freundin Janine galt. Lübbers’ Zukunft beim SV scheint noch offen. Fotos: Lütkehaus

SV beim 3:0 gegen Aachen so gut wie lange nicht

So gut war der SV Lippstadt schon lange nicht mehr: Nach einer in allen Belangen überzeugenden Vorstellung besiegte der Aufsteiger den Ex-Bundesligisten Alemannia Aachen mit 3:0 (1:0). Die Tore vor 1.140 Zuschauern erzielten Fabian Lübbers, Gerrit Kaiser und Benjamin Klingen.

Regionalliga West
SV Lippstadt - Alemannia Aachen 3:0 (1:0)

Vier Spiele in Serie hatten die Schwarz-Roten nicht mehr gewonnen und dabei keinen einzigen Treffer erzielt. Eine solche Leistung wie gestern hatten der Mannschaft von Daniel Berlinski daher nur wenige Experten zugetraut. Doch die SVer knüpften an die starken Auftritte aus der Vorrunde an. Sie spielten leidenschaftlich, hielten sich strikt an die taktische Vorgabe ihres Coaches und gewannen - ganz wichtig - fast jeden Zweikampf. Man musste gar nicht die schwarz-rote Vereinsbrille aufsetzen, um zu erkennen, dass die Gastgeber das Geschehen in der Liebelt-Arena dominierten. „Überragend“, beurteilte Berlinski später den Auftritt seiner Elf im ersten Durchgang. Meistens wurden die zaghaften Angriffe der Kaiserstädter schon im Mittelfeld abgefangen, dann ging’s sofort ratzfatz nach vorn. Okay, die Gäste besaßen die erste Chance durch Batarilo-Cerdic, der knapp verzog.

Doch danach spielte praktisch nur noch der SV Lippstadt. In der 18. Minute war es dann soweit: Sven Köhler passte auf Gerrit Kaiser, der steckte durch zum mitgelaufenen Fabian Lübbers, und es hieß 1:0. Auch der Kapitän fand die erste Halbzeit überragend. „Gegen Aachen muss man erst mal 3:0 gewinnen, Respekt!“ Für Lübbers war es ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt: „Wir haben jetzt 37 Punkte. Das ist gut. Aber wir müssen am Mittwoch in Bonn nachlegen.“ Auf die Frage, ob er auch künftig für Schwarz-Rot spielen werde, antwortete der Kapitän: „Schau’n wir mal.“ Insider glauben zu wissen, dass Lübbers mit einem Wechsel zu Schalke 04 liebäugeln könnte. Derweil scheint es Sven Köhler zum VfL Osnabrück zu ziehen. Angeblich ginge es nur noch um die Ablösesumme. Eine Behauptung, die Sportdirektor Dirk Brökelmann nicht bestätigte, aber auch nicht dementierte: „Es gibt nichts Neues. Sven Köhler hat Vertrag bei uns. Personalien klären wir in den nächsten Wochen.“

Zurück zum Spiel: Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Platzherren die tonangebende Mannschaft. Die Gäste aus Aachen machten dagegen nicht den Eindruck, dass sie mit letztem Biss um den Ausgleich kämpfen würden. So verlebte Lippstadts Torhüter Christopher Balkenhoff insgesamt einen ruhigen Nachmittag. Die Fäuste reckte die Nummer 1 im Kasten erst wieder, als Gerrit Kaiser mit einem Schuss aus elf Metern das 2:0 (52.) besorgte. Der Treffer war mindestens zur Hälfte das Verdienst von Exauce Andzouana, der den Ball in fast aussichtsloser Situation noch von der Torauslinie kratzte und gezielt hereinflankte.

Das 2:0 war die Vorentscheidung, aber der Aufsteiger wollte mehr. Sehenswert, wie der gestern sehr gute Kevin Hoffmeier Gerrit Kaiser bediente (56.), doch der Blondschopf machte im Strafraum einen Haken zu viel. Es folgte eine klasse Zwillings-Aktion der Hoffmeiers (72.): Kevin flankte präzise auf Marcel, der stoppte den Ball gekonnt mit der Brust, doch die Kugel sprang ein Stück zu weit weg. Applaus von der Tribüne gab es trotzdem.

In der Schlussphase konnte es sich ein deutlich überlegener SV sogar leisten, das todsichere 3:0 liegen zu lassen: Sven Köhler bediente Benjamin Klingen. Ein Pass auf Janik Brosch, der das Leder aus vier Metern über den leeren Kasten drosch. Egal, der dritte Treffer fiel trotzdem noch: Erst tanzte der eingewechselte Benjamin Klingen seinen Gegenspieler aus, um den Ball dann im Nachschuss zum 3:0-Endstand (94.) zu versenken. Damit krönte der lange verletzte Stürmer eine klasse Teamleistung gegen die Kaiserstädter. Die waren gestern eher nur Printen.

Vermummte Aachen-„Fans“ machen Randale

Nach dem Spiel zwischen dem SV Lippstadt und Alemannia Aachen gab’s auf dem Parkplatz hinter der Tribüne ordentlich Randale. Ein paar Dutzend vermummte „Fans“ der Gäste hatten ihren Busfahrer offenbar irgendwie gezwungen, genau vor dem Stadion anzuhalten und stürmten dann auf die Lippstädter los. Polizei und Sicherheitskräfte hatten zunächst Mühe, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Letztlich gelang dies aber doch. Die Polizei begleitete den Fanbus schließlich Richtung Bad Waldliesborn aus der Stadt.

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