Spontane Siegesfeier mit dem Matchwinner Sven Köhler
Spontane Siegesfeier mit dem Matchwinner Sven Köhler

Sven Köhler beendet Geduldspiel

Pflicht erfüllt: Der SV Lippstadt landete beim seit 13 Spieltagen sieglosen Schlusslicht TV Herkenrath einen schmucklosen 2:0-Arbeitssieg. Der Beste in Schwarz-Rot, Sven Köhler, brachte die Gäste mit seinem zweiten Saisontreffer auf Kurs.

Lippstadt?–?In der 68. Minute nutzte der SV-Regisseur ein Zuspiel von Marcel Hoffmeier und schoss den Ball aus 14 Metern flach ins linke Eck. Dies war letztlich die entscheidende Szene in einem Spiel, das ansonsten niemandem vom Hocker riss. Sven Köhler spielte den Dosenöffner, und Paolo Maiella machte mit dem 2:0 nur vier Minuten später den Deckel drauf.

Bis dahin war es ein zähes Ringen in der Belkaw-Arena. Die favorisierten Gäste leisteten sich ungewohnt viele technische Fehler und ließen beim letzten Pass die Genauigkeit vermissen. Darunter litt der Spielfluss?oder besser: Es gab gar keinen. „Das war gar nichts“, motzte ein Lippstädter Fan in der Halbzeitpause. Mit dieser Einschätzung lag er goldrichtig.

Regionalliga West

TV Herkenrath 09 - SV Lippstadt 0:2 (0:0)

Dennoch hätte das Berlinski-Team nach 45 Minuten führen müssen, aber Fabian Lübbers mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (14.), Kevin Holz nach einem Kaldewey-Dribbling (39.) und Sven Köhler nach schöner Vorarbeit von Gerrit Kaiser (41.) vergaben drei hochkarätige Chancen. Köhler schoss dabei aus zehn Metern freistehend am Tor vorbei. „Den muss man natürlich machen. Gut, dass wir noch gewonnen haben, sonst hätte ich heute Nacht nicht schlafen können“, meinte der 22-Jährige hinterher. Aber auch der TV Herkenrath besaß eine sehr gute Möglichkeit, als SV-Keeper Christopher Balkenhoff gegen den völlig freien Tchakoumi rettete. Wenn es ganz dumm gelaufen wäre für die Gäste, hätte der Tabellenletzte nach dem ersten Durchgang geführt.

Zur zweiten Hälfte brachte Daniel Berlinski mit Kevin Hoffmeier und Valentin Henneke zwei frische Kräfte. Kevin Hoffmeier verstärkte die Innenverteidigung (Simon Schubert rückte in der Viererkette wieder nach rechts) und Valentin Henneke spielte auf der Zehn. Marcel Hoffmeier wich auf den linken Flügel aus.

Zunächst wirkte sich diese taktische Umstellung kaum positiv aus, das Spiel plätscherte weiter mehr oder weniger dahin. Maiella versuchte es mit einem Flachschuss (50.), auf der anderen Seite war erneut Balkenhoff gegen Akalp (53.) zur Stelle.

Als im Innenraum die ersten Wetten auf ein torloses Ende einer ziemlich trostlosen Partie abgeschlossen wurden, wendete sich das Blatt plötzlich doch noch. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Marcel Hoffmeier bugsierte Sven Köhler die Kugel flach und zielgenau zum 0:1 in die Maschen. „Bis dahin war es ziemlich zäh“, sagte der Torschütze nach dem Schlusspfiff, „eben ein richtiger Abnutzungskampf. Wir sind zwischendurch schon ein bisschen nervös geworden.“

Auch der Trainer gab hinterher zu, dass ihm einige Steine vom Herzen gefallen seien. „Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, dass sie Geduld haben müssen und dass die Chance irgendwann kommen wird“, erklärte Daniel Berlinski, „und so war es dann ja auch.“

Nur vier Minuten später besorgte Paolo Maiella nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld das 2:0, als er schneller am Ball war als der herausstürmende Herkenrather Schlussmann.

Mit dem dritten Saisontreffer des kleinen Italieners war der Sechs-Punkte-Start des SV Lippstadt perfekt. Es wird immer konkreter, dass die Verantwortlichen am Bruchbaum auch 2019/2020 für die Regionalliga planen können. Aktuell beträgt der Abstand auf die Abstiegszone zehn Punkte?–?und im Nachholspiel am Samstag zu Hause gegen den Wuppertaler SV sind die Schwarz-Roten auch nicht chancenlos. Es läuft also beim SV, obwohl es in Herkenrath kein überzeugender Auftritt war.

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