Tor für den SV Lippstadt. In der 51. Minute landete der Ball zum 2:1 im Kasten des VfB Homberg. Janik Steringer kam mit dem Kopf nicht mehr heran. Marius Kröner beobachtete die Szene gespannt. Doch die Gastgeber verspielten gegen den Aufsteiger auch die zweite Führung. Fotos: Lütkehaus
Tor für den SV Lippstadt. In der 51. Minute landete der Ball zum 2:1 im Kasten des VfB Homberg. Janik Steringer kam mit dem Kopf nicht mehr heran. Marius Kröner beobachtete die Szene gespannt. Doch die Gastgeber verspielten gegen den Aufsteiger auch die zweite Führung. Fotos: Lütkehaus

Nur 2:2 - Frust nach Chancenwucher

Der SV Lippstadt machte es nicht besser als die Bayern: Im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten VfB Homberg versiebten die Schwarz-Roten Chancen satt, verspielten eine zweimalige Führung und mussten sich am Ende trotz drückender Überlegenheit in der ersten Halbzeit mit einem 2:2 begnügen. „Einen solchen Gegner muss man einfach schlagen“, ärgerte sich der Torschütze zum 2:1, Nils Köhler, über verschenkte zwei Punkte.

Regionalliga West
SV Lippstadt - VfB Homberg 2:2 (1:1)

Trainer Felix Bechtold stellte sich nach dem Abpfiff schützend vor seine Mannschaft: „Ich mache ihr keinen Vorwurf. Die Spieler sind jung und müssen noch viel lernen.“ Einige Fans reagierten nicht so entspannt. Sie gingen mit den Spielern hart ins Gericht und konnten es nicht fassen, dass es gegen den ihrer Meinung nach schwächsten Gegner nicht zum Sieg reichte.

„Man kann die Enttäuschung verstehen“, gab sich Köhler nach einer wilden Beschimpfungsarie auf dem Rasen der Liebelt-Arena diplomatisch. Doch auch der Linksverteidiger wusste genau, dass die SVer an diesem Nachmittag zwei Punkte leichtfertig liegengelassen hatten. „Wir hätten zur Pause 3:0 führen müssen“, meinte der 26-Jährige, „auch nach dem 2:1 habe ich ganz klar gedacht, es läuft in unsere Richtung.“ Das tat es aber nicht, weil Urban in der 72. Minute einen Eckball mit dem Kopf zum 2:2 über die Linie drückte.

Ein Ergebnis, das den Spielverlauf vor allem nach den Eindrücken aus dem ersten Durchgang regelrecht auf den Kopf stellte. In dem waren die Schwarz-Roten haushoch überlegen und erarbeiteten sich eine gute Möglichkeit nach der anderen. „Ein Feuerwerk“, nannte es VfB-Coach Janßen.

Es begann mit einem klasse Kopfball von Arenz (6.) nach schöner Vorarbeit von Harder, dann landete ein Köhler-Freistoß am Pfosten (11.), Albrechts Schuss (13.) fischte Hombergs Schlussmann aus dem Winkel, schließlich klärte Schmitt gegen Henneke (16.) für seinen bereits geschlagenen Torhüter kurz vor der Linie. Passend zu den Karussell-Starts auf der Herbstwoche spielten die Lippstädter den Aufsteiger nahezu schwindelig.

Das längst überfällige 1:0 fiel in der 24. Minute: Köhler und Harder überlegten noch, wer den Freistoß treten solle, Albrecht übernahm es aus dem Hintergrund und zirkelte den Ball unter der Mauer hindurch ins Netz. Clever gemacht. Keine 120 Sekunden später hieß es 1:1. Ein Tor wie aus dem Nichts, geschenkt von den Gastgebern. Kader bedankte sich für Steringers zu kurz geratenen Pass am eigenen Strafraum. Fußball verkehrt in der Liebelt-Arena. Daran konnte auch der gut freigespielte Liehr nichts mehr ändern, der knapp am Gäste-Keeper scheiterte (29.).

In der Pause herrschte großes Kopfschütteln. 1:1 - wie kann das sein? Unglaublich. Doch kurz nach Wiederanpfiff korrigierte Köhler das Ergebnis. Sein Freistoß vom rechten Strafraumeck zischte an Freund und Feind vorbei zum 2:1 ins Netz. In diesem Moment dachten wohl die meisten der 500 Zuschauer, dass der SV Lippstadt gegen diesen eher schwachen Aufsteiger seinen vierten Saisonsieg feiern würde.

Aber der zweite Führungstreffer bedeutete einen Bruch im Spiel. Plötzlich setzten sich die Gäste aus Duisburg immer besser in Szene. Kader hatte den Ausgleich auf dem Fuß (68.), doch sein 14-Meter-Schuss ging über das Tor. Kurz danach zielte Urban genauer und markierte nach einer Ecke das 2:2 Ein Nackenschlag für die Schwarz-Roten, von dem sie sich kaum erholten. Eine gute Chance besaßen sie noch. Nach gutem Zuspiel des eingewechselten Maiella zog Arenz im Strafraum sofort ab (84.), doch Hombergs Gutkowski hielt den Punkt fest.

Unter dem Strich war es natürlich ein glückliches Remis für die Gäste. „Wir werden keine so schlechte Rückfahrt haben“, grinste Trainer Janßen nach dem siebten Punkt seiner Mannschaft. Für den SV Lippstadt war das 2:2 gefühlt eine Niederlage.

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