0:3-Pleite in Rhynern: Topspiel wird für SV Lippstadt zum Flopspiel

Vierte Saisonniederlage, nur zwei Punkte aus den letzten drei Partien – das ist ganz sicher keine Zwischenbilanz für eine Spitzenplatzierung. Die Aufstiegsträume des SV Lippstadt schwinden gerade. Anders lässt sich die 0:3-Pleite der Schwarz-Roten im Topspiel bei Westfalia Rhynern nicht bewerten. Die Gäste haben offensichtlich das Toreschießen verlernt, erzeugten vor 900 Zuschauern kaum Gefahr vor dem gegnerischen Kasten und kamen für einen Sieg absolut nicht in Frage.

Oberliga Westfalen
Westfalia Rhynern - SV Lippstadt 3:0 (1:0)

Und nun? Okay, sieben Spiele sind noch zu gehen, da kann viel passieren. Aber in der aktuellen Form fällt es schwer, den SV Lippstadt weiter, zumindest zu den heißen, Aufstiegsaspiranten zu zählen. Wo ist die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor geblieben? Zur Unzeit scheinen sich Franke, Kohl, Dören und Co. eine Minikrise zu nehmen, die sie in Rhynern nicht kaschieren konnten.

Das mit großer Spannung erwartete Topspiel des Zweiten gegen den Vierten begann auf beiden Seiten mit großer Vorsicht. Die Gäste hatten defensiver aufgestellt, beließen es bei Franke und Kohl im Angriff. 3-5-2 sollte den Erfolg bringen und vor allem das gefährliche Umschaltspiel der Westfalia stoppen. Dem entsprechend entwickelte sich ein intensives Match, das vor allem zwischen den Strafräumen geführt wurde und nur wenig Torchancen hervorbrachte.

Die erste hatte Rhynern, als Koch nach einem Muja-Fehler knapp verzog (14.). Kurz danach stand es dann 1:0 – nach einem Pass in die Tiefe schaltete erneut Koch blitzschnell, umkurvte SV-Keeper Beermann und bugsierte den Ball sicher zur Führung ins Netz. Anschließend kamen die Lippstädter etwas besser ins Spiel, rannten sich jedoch immer wieder in der stabilen Abwehr des neuen Tabellenführers fest. So standen nach den ersten 45 Minuten zwei Distanzschüsse von Böll (29.) und Franke (35.) auf dem Zettel. Keine Versuche, die den Ex-SVer im Rhyneraner Tor, Christopher Balkenhoff, auch nur annähernd nervös machten.

An diesem Bild änderte sich im zweiten Durchgang nichts. Im Gegenteil: Die Gastgeber hatten sofort eine gute Gelegenheit aufs 2:0, als Karyagdi die Kugel aus kurzer Distanz abtropfen ließ. Der SV Lippstadt tat sich im Angriff weiter unheimlich schwer. Trainer Bechtold brachte mit Neugebauer, Dören, S. Sadeghi und Kötter vier frische Offensivkräfte, riskierte alles und verlor alles. Thiemann erzielte nach klasse Vorarbeit von Karyagdi mit einem satten Schuss aus elf Metern das 2:0 (78.) und erhöhte nur eine Minute später auf 3:0 (79.). Diesmal waren die Schwarz-Roten zu weit aufgerückt, eine Faustabwehr von Beermann geriet zu kurz, und Thiemann bedankte sich mit seinem zweiten Treffer.

Spätestens jetzt war der SV Lippstadt böse geschlagen. Apropos böse, SV-Torhüter Beermann verletzte sich bei einem Zusammenprall am Kopf, spielte aber nach fünfminütiger Behandlungspause weiter. Als er dann einen Ball voll ins Gesicht bekam, war er in der 87. Minute endgültig raus. Für ihn ging Struck zwischen die Pfosten.

Insgesamt also ein gebrauchter Tag für den SV Lippstadt, der ab sofort im Kampf um den Aufstieg auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Quelle: Zeitungsverlag Der Patriot GmbH, Lippstadt - Sportredaktion