2:3 gegen Rheine - herber Dämpfer für SV Lippstadt im Aufstiegskampf
Es war ein absolut gebrauchter Abend: Im Vergleich zum 4:0-Derbysieg gegen Ahlen war der SV Lippstadt nicht wiederzuerkennen und kassierte einen herben Dämpfer im Aufstiegskampf. Mit 2:3 unterlag das Bechtold-Team Eintracht Rheine im Oberliga-Klassiker und zeigte dabei eine insgesamt schwache Leistung. Damit bleibt der Rückstand auf Tabellenführer Wattenscheid, der gestern seinen Erfolgscoach Pache entließ, bei vier Punkten. Doch es kam noch schlimmer für die Schwarz-Roten: Nils Köhler verursachte in der 56. Minute einen Elfmeter und sah für sein Foul eine allerdings rätselhafte Rote Karte.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - Eintracht Rheine 2:3 (1:2)
Blöde Theorie, aber vielleicht lief es gestern Abend vor 740 Zuschauern in der Liebelt-Arena zunächst zu gut für die Gastgeber. Bereits in der 5. Minute brachte Tübing seine Farben nach energischer Vorarbeit von Kötter mit 1:0 in Führung. Vermutlich dachten sich die meisten Fans auf der Tribüne: Es geht nahtlos so weiter wie gegen Ahlen. Die Akteure selbst eventuell auch. Denn nach zehn Minuten stand es plötzlich 1:1 – Gündogan köpfe im Anschluss an einen Freistoß ziemlich unbedrängt ein. Der schnelle Ausgleich verunsicherte die Lippstädter spürbar. Immer wieder versuchten sie es durch die Mitte, doch Rheine machte das Zentrum dicht. Die Folge – viele Ballverluste des SV im Mittelfeld und gute Konterchancen für die Gäste. Die Gastgeber, mit Kohl für Dören in der Startelf, wollten mit dem Kopf durch die Wand. Das konnte nicht funktionieren. Dennoch besaßen sie gute Gelegenheiten: Kötter verpasste eine scharfe Hereingabe von Sansar nur knapp (16.) und Brosowski scheitere nach präzisem Zuspiel von Kohl am Fünfmeterraum aus spitzem Winkel. Das war die Chance! Eine solche besaß auch Eintrachts Meyer, der frei durch war (27.), aber von Sadeghi in höchster Not gestoppt wurde. Zur Pause führte Rheine trotzdem mit 2:1, weil Gündogan einen Freistoß sehenswert unters Lattenkreuz schlenzte, und Wald den Abpraller reaktionsschnell ins Tor köpfte (32.). Nicht nur in dieser Szene wirkte die SV-Abwehr schläfrig.
Die Hoffnung der Fans auf Besserung im zweiten Durchgang erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Rheines Meyer hätte nach weniger Sekunden auf 1:3 stellen müssen, als er die Kugel aus kurzer Distanz völlig freistehend am Pfosten vorbeischob. Es folgte das Foul von Köhler im Strafraum, für das er (warum auch immer?!) die Rote Karte bekam. Gündogan war’s egal, er verwandelte den Elfer zum 1:3. Der SV zwei Tore zurück und mit einem Mann weniger, eine fast aussichtslose Situation. Doch ein sicher versenkter Handelfmeter von Sansar brachte die Platzherren wieder auf 2:3 (64.) heran. Unmittelbar danach verhinderte SV-Keeper Beermann spektakulär einen vierten Treffer. Wieder war ein Eintracht-Akteur frei durch. Dabei blieb es, auch wenn der SV Lippstadt vehement einen weiteren Strafstoß forderte (88.), als der eingewechselte Böll im Sechzehner zu Boden ging.
Quelle: Zeitungsverlag Der Patriot GmbH, Lippstadt - Sportredaktion






