SV Lippstadt nutzt Patzer der Konkurrenz
Der Tabellenführer Wattenscheid strauchelt, der Vierte ASC Dortmund ebenso – den Gefallen wollten die Fußballer des SV Lippstadt ihren Aufstiegsmitbewerbern in der Oberliga Westfalen zum Jahresauftakt nicht tun. Die Schwarz-Roten rückten durch einen schmucklosen 2:0-Erfolg beim TuS Ennepetal bis auf fünf Zähler an die Spitze heran. Der neue Zweite Westfalia Rhynern gab sich wie die Lippstädter keine Blöße.
Oberliga Westfalen
TuS Ennepetal - SV Lippstadt 0:2 (0:1)
SV-Trainer Felix Bechtold sprach nach dem Spiel von Härtefall-Entscheidungen in seiner Startelf. Eine davon: David Dören oder Nico Tübing im Sturmzentrum? Bechtold entschied sich in Ennepetal für erstgenannten Spieler, „weil Dören aktuell leicht die Nase vorn hat“. Die Reaktion von Tübing darauf – bemerkenswert. „Nico hat Dave ein gutes Spiel gewünscht, so, wie sich das in einer gut funktionierenden Mannschaft gehört“, sagte Bechtold.
In der zweiten Halbzeit durfte dann Tübing neben Dören ran. Er kam für den am Knie verletzten Maximilian Franke in die Partie. Und nur 180 Sekunden nach Wiederanpfiff durfte der Blondschopf seinen siebten Saisontreffer bejubeln. Der Assist kam – und das ist ungewöhnlich – von Torhüter Luca Beermann, der das vorentscheidende 0:2 mit einem langen Abschlag einleitete.
Eine weitere Personalie, die sich in Kürze auf der linken Abwehrseite ergeben könnte, wenn Nils Köhler seine Oberschenkelblessur auskuriert hat, ist die von Kiyan Sadeghi. Der Fünfer in Lippstädter Reihen spielte einen blitzsauberen Part und zeigte sich auch immer wieder offensivfreudig. Auch hier wird das Trainerteam um Felix Bechtold bald vor einem Luxusproblem stehen. Der SV-Coach: „Aber auch Spieler wie ein Nico Böll beispielsweise sind nah dran an der ersten Elf.“ Böll sackte nach einem heftigen Zweikampf mit Ennepetals Hagemann in der Nachspielzeit kurz zusammen und musste behandelt werden. Als er sich wieder aufgerappelt hatte, pfiff der Schiedsrichter die Partie im Bremenstadion ab. Der SV Lippstadt hatte einen souveränen, aber glanzlosen Auswärtssieg eingefahren.
Lippstädter Führung nach bösem Querschläger
Das Spiel begann in den ersten zehn Minuten mit einem leichten Ennepetaler Übergewicht und zwei herausgearbeiteten Eckbällen, die aber nichts einbringen sollten. Kurz darauf brachte sich das Tabellenschlusslicht selbst um den Lohn, als sich Keeper Weusthoff einen wilden Querschläger erlaubte, der genau vor den Füßen von Iker-Luis Kohl landete. Der Mittelfeldspieler hatte aus gut 18 Metern keine allzu große Mühe, die Kugel ins verwaiste Ennepetaler Gehäuse zu befördern.
Dieses Gegentor lähmte die Aktionen der gastgebenden Mannschaft zusehends. Der SV Lippstadt bekam von Minute zu Minute mehr Kontrolle in sein Spiel. Doch bis auf einen weiteren Kohl-Abschluss (20.), der noch zur Ecke abgefälscht wurde, brachten auch die Gäste nichts Zwingendes mehr zustande. Richtig erwärmend war die Partie für die 350 Zuschauer nicht.
Zumindest in den ersten 15 Minuten des zweiten Durchgangs wurde sie lebhafter. In dieser Phase stellte, wie erwähnt, der eingewechselte Nico Tübing das Ergebnis auf 2:0 (48.) für Lippstadt. Einen Dören-Kopfball (70.) entschärfte Keeper Weusthoff im kurzen Eck. Dem vermeintlichen 0:3 durch den ebenfalls eingewechselten Simon Kötter (85.) ging im Vorfeld eine Abseitsstellung voraus.
Quelle: Zeitungsverlag Der Patriot GmbH, Lippstadt - Sportredaktion






