Kapitän Ufuk trifft vom Punkt zum 1:0-Sieg für den SV Lippstadt

Kompliment an den SV Lippstadt: Es war kein schönes Spiel gegen den SC Verl II, aber ein absolut verdienter Sieg. Das entscheidende Tor vor 600 Zuschauern in der Liebelt-Arena erzielte Kapitän Ufuk höchstpersönlich per Handelfmeter (14.). Die Gastgeber liefen auf der letzten Rille, direkt vor dem Anpfiff verletzte sich zu allem Überfluss noch Köhler an der Wade und fiel damit als siebter Spieler aus. Umso höher ist der 1:0-Erfolg der Schwarz-Roten zu bewerten.

Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - SC Verl II 1:0 (1:0

Das sieht man wahrlich nicht alle Tage: Mit dem Abpfiff von Schiedsrichter Rabe (Wetter) ballte Lippstadts Cheftrainer Bechtold energisch die Faust und brüllte ein lautes „Jaaaaaa!“ in den leicht bewölkten Himmel. Die Emotionen mussten raus. Der Coach wusste genau, wie wichtig dieser Arbeitssieg für sein Team war. Dabei spielte es keine Rolle, dass die Schwarz-Roten bis 16.58 Uhr sogar Spitzenreiter der Oberliga-Blitztabelle waren, bevor der ASC Dortmund in der Nachspielzeit doch noch mit 3:2 gewann.

Schwamm drüber. Der Nachmittag gestern in der Liebelt-Arena hat eindrucksvoll bewiesen, dass der Spielverein von 1908 viele, sehr viele Widerstände überwinden kann. Mit Teamgeist und Kampfkraft. Ohnehin schon ohne sechs, hätte wohl nicht jede Mannschaft den kurzfristigen Ausfall von Köhler beim Aufwärmen so ohne weiteres weggesteckt.

Klar, dass der Spielfluss wegen der zahlreichen Umstellungen ein wenig litt. Aber der SV Lippstadt kann für sich beanspruchen, das Beste aus der personellen Notsituation gemacht und den vierten Sieg in Serie gesichert zu haben. Dafür gebührt allen Beteiligten Respekt. Kleinkrämerische Kritik wäre an dieser Stelle völlig fehlt am Platze.

Für den verletzten Köhler rutschte Neugebauer in die Anfangsformation, die gleich einen sportlichen Schreckmoment erlebte, als Torhüter Beermann nach weniger als 60 Sekunden spektakulär gegen Seiler rettete. In der Nachspielzeit war der SV-Keeper dann gegen Obermeyer zur Stelle. Der Rest des ersten Durchgangs ging an die Gastgeber, die ihre Aufgabe in einem alles andere als spektakulären Match seriös erledigten.

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 14. Minute: Ufuk zog nach einem der vielen Eckbälle im Strafraum ab, und der Ball klatschte Obermeyer an die Hand. Klare Sache, Elfmeter. Der Kapitän selbst legte sich die Kugel zurecht und jagte sie wuchtig und platziert zum 1:0 ins linke Eck. Anschließend versuchte es Neugebauer nach Vorlage von Böll mit einem Schuss ins kurze Eck (18.), und Franke prüfte Verls Keeper Pekruhl aus halblinker Position (40.).

Insgesamt wirkte die zweite Hälfte der ersten Hälfte eher zerfahren. Dies setzte sich nach dem Wechsel fort. Die Gastgeber ließen den SC Verl mal machen, aber so recht wusste die Drittliga-Reserve mit dem Spielgerät nichts anzufangen. Die Partie plätscherte dahin, es passierte herzlich wenig auf dem Rasen. Verwöhnt wurden die Zuschauer einzig und allein durch die Frühlingssonne – mit zwei Ausnahmen: In der 85. Minute zeigte der SV eine schöne Kombination über Kohl, Sansar und Muja, doch der Abschluss von Shayan Sadeghi war zu harmlos. Das kann man von Duriqis Schuss auf Verler Seite nicht behaupten, als die Kugel an der Oberkante der Latte landete (90).

Quelle: Zeitungsverlag Der Patriot GmbH, Lippstadt - Sportredaktion