Lippstadt – Nach drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen kommt der Oberliga-Klassiker gerade recht: Im ersten Freitagabendspiel in der Liebelt-Arena will der SV Lippstadt gegen Eintracht Rheine in die Erfolgsspur zurückkehren. Die personelle Situation hat sich verbessert.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - Eintracht Rheine (Freitag, 19 Uhr, Liebelt-Arena)
Der FC Bayern München gilt während des Oktoberfestes zu Hause als unschlagbar. Ähnlich verhält es sich mit dem SV Lippstadt, wenn Herbstwoche ist. Auch in der jüngeren Vergangenheit hießen die Überschriften gern „Mit dem Gegner Karussell fahren“, „Auf den Lukas hauen“ – doch aktuell sind die Schwarz-Roten weit davon entfernt, ihre Kontrahenten schwindelig zu spielen oder sie zu vermöbeln.
„Natürlich sind wir mit der Punktausbeute nicht zufrieden. Als SV Lippstadt haben wir andere Ansprüche“, versuchte Chefcoach Felix Bechtold gar nicht erst, das bisherige sportliche Abschneiden schönzureden. Doch die vier Saisonniederlagen sind zumindest ansatzweise erklärbar. Immer wieder warfen Verletzungen das Team zurück, am vergangenen Sonntag, beim 0:1 in Sprockhövel, standen neun vermeintliche Stammkräfte nicht komplett zur Verfügung. Das hinterlässt selbstverständlich Spuren.
Pünktlich zum Klassiker ist die Verletztenliste beim heimischen Spielverein zumindest ein wenig kürzer geworden. Obwohl: Die Probleme fangen schon im Tor an. Luca Beermann plagt sich immer noch mit einer Oberschenkelzerrung herum und Lukas Struck war unter der Woche grippekrank. „Wir entscheiden nach dem Abschlusstraining, wer spielt“, so der Lippstädter Trainer. Top-Torjäger Maximilian Franke (fünf Treffer; ebenfalls Oberschenkel) konnte keine Übungseinheiten mit der Mannschaft absolvieren. Daher erscheint es fraglich, ob er es überhaupt in den Kader schafft. Definitiv nicht dabei sind die Langzeitverletzten Nico Tübing, Nils Köhler, Juan Löbel und Ben Tautges.
Jetzt zu den Lichtblicken: Nico Böll ist nach seiner Verletzung wieder bei hundert Proeznt, auch Louis Neugebauer meldete sich nach seiner Gelb/Rot-Sperre wieder einsatzbereit ebenso wie Kapitän Fatih Ufuk (Adduktoren), der auf die Zähne beißen will und Kiyan Sadeghi.
Die Alternativen beim SV Lippstadt werden also wieder größer: „Wir schicken alles auf den Platz, was rennen kann und Qualität hat“, verspricht Bechtold den Fans einen leidenschaftlichen Kampf seiner Mannschaft. „Natürlich wollen wir die drei Punkte zu Hause behalten.“ Für den Trainer des SV ist der Klassiker „das Topspiel der Woche“. Wie stark der Gegner sei, zeige der Blick in die Tabelle (Platz drei).
Für die Gastgeber dürfte der Vergleich mit dem ewigen Rivalen aus dem Kreis Steinfurt richtungsweisend sein. Eine weitere Pleite dürfen sie sich auf keinen Fall erlauben, wenn sie den eigenen Ansprüchen gerecht werden wollen. Auch deshalb steckt viel drin in diesem Duell. Macht es wie die Bayern bei den Wiesn und jubelt ordentlich zum Auftakt der Herbstwoche. Dann überlegen wir uns das noch, mit dem „Karussell fahren“ und so.
Beide Mannschaften im Formcheck:
SV Lippstadt: S/N/N/S/N
Eintracht Rheine: S/S/N/S/U
Viele Gründe zum Feiern
Warum habe ich an diesen Spieltagen bloß immer diesen Fangesang in den Ohren – mit den Kühen und den Schweinen?! Nutztiere hin oder her: Die Stimmung wird prächtig beim Klassiker zwischen dem SV Lippstadt und Eintracht Rheine in der Liebelt-Arena. Ein bisschen vorglühen im eigens angelegten Biergarten, dann den Sieg und anschließend auf der Herbstwoche feiern. Das ist doch ein Plan! Für die Umsetzung müssen allerdings die zuletzt eher erfolglosen schwarz-roten Kicker sorgen. Die Sportredaktion meint – das klappt und tippt 3:1 für den SV Lippstadt.