Lippstadt – Noch ein großes Fußballfest mit dem SV Lippstadt zum Saisonfinale! Aber jubeln tun die anderen, denn die SG Wattenscheid feiert in der Lohrheide mit Tausenden Fans den Regionalliga-Aufstieg. Dazu können die Schwarz-Roten nur gratulieren.
Oberliga Westfalen
SG Wattenscheid - SV Lippstadt (Sonntag, 15 Uhr, Lohrheidestadion; Hinspiel 2:2)
Vorausgesetzt, das Urteil des Sportgerichts hat Bestand und das „Böller-Spiel“ wird auch nach der Berufung des SV Schermbeck mit 2:0 für Wattenscheid gewertet, dann wären die Gastgeber gleichauf mit Westfalia Rhynern an der Tabellenspitze. Allerdings sind sie vor dem Finale in der Tordifferenz sechs Treffer schlechter. Trotzdem wird die SG natürlich alles versuchen, um doch noch Meister zu werden und sich damit die lukrative Teilnahme am DFB-Pokal zu sichern.
Schützenhilfe wird der SV Lippstadt diesbezüglich aber garantiert nicht leisten. Erst recht nicht nach der schwachen zweiten Halbzeit am Pfingstmontag bei der 1:3-Niederlage gegen Preußen Münster II mit drei Gegentoren innerhalb von sechs Minuten. „Wir fahren nicht dahin, um nur ein Sparringspartner zu sein oder die Aufstiegsfeier zu toppen, „stellte SV-Trainer Bechtold unmissverständlich klar, „wir spielen voll auf Sieg!“ Um die Saison 2025/26 in der Oberliga Westfalen mit einem guten Gefühl beenden zu können und den Abschluss-Grillabend im Stadion mit entsprechender Laune genießen zu können.
Nach dem Münster-Spiel war der Coach allerdings ziemlich angefressen: „Der eine oder andere spielt um seine Zukunft beim SV Lippstadt. Das habe ich gegen Münster nicht gesehen.“ Schließlich wolle sich das Team in der nächsten Saison weiter verbessern. Bechtold wurde deutlich: „Es gibt viele Spieler auf dem Markt, und der SV Lippstadt ist eine attraktive Adresse. Wir schenken jedenfalls keine Verträge einfach so her!“
Es scheint, als würden am Bruchbaum noch 50:50-Personalentscheidungen anstehen mit Akteuren, die auch in Zukunft das schwarz-rote Trikot tragen möchten. Zu diesen Kandidaten zählen offenbar Cinar Sansar und Fabian Brosowski, die während der gesamten Saison ohne Zweifel Leistungsträger waren. Dies ist natürlich auch dem Cheftrainer bewusst.
Personell sieht es beim SV Lippstadt wie folgt aus: Die Langzeitverletzten Bulut und Tübing (er soll dem Verein erhalten bleiben; Bechtold: „Wir lassen keinen Spieler fallen“) fehlen auch im Finale. Außerdem kränkeln Kaiser, Kohl, Dören und Kamann. Lee meldete sich dagegen wieder einsatzbereit.
Zum Gegner meinte Bechtold: „Wattenscheid hatte vom ersten Spieltag an den meisten Druck. Ich habe große Hochachtung davor, was die Mannschaft geleistet hat und werde meine Gratulation aussprechen. Nur zwei Niederlagen, darauf kann Wattenscheid sehr stolz sein. Die stehen zu Recht auf einem Aufstiegsplatz.“
Beide Mannschaften im Formcheck:
SG Wattenscheid: U/S/U/S/S
SV Lippstadt: N/S/S/U/N
Mehr als nur eine Statistenrolle
Saisonfinale beim Ex-Bundesligisten und Regionalliga-Aufsteiger SG Wattenscheid 09. Auf die Kicker des SV Lippstadt wartet am 38. und letzten Spieltag ein großes Fußballfest in der Lohrheide. Die Schwarz-Roten wollen am Sonntagnachmittag mehr sein als Statisten. Sie werden ganz sicher nicht hergespielt. Aber im allgemeinen Jubel, vor ein paar Tausend Fans und vor allem mit der Chance auf den DFB-Pokal, werden die Gastgeber nichts anbrennen lassen und sich am Ende durchsetzen. Die Sportredaktion tippt: 3:1 für Wattenscheid.