Die Schreckensnachricht vor dem Heimspiel gegen den SC Verl II erreichte den SV Lippstadt am Freitagnachmittag: Top-Torjäger Nico Tübing (zehn Saisontreffer) hat sich im Pokal-Halbfinale bei BW Rixbeck-Dedinghausen das vordere Kreuzband gerissen. Der MRT-Termin bestätigte die schlimmsten Befürchtungen der Schwarz-Roten. Damit fällt der 22-jährige Stürmer viele Monate aus. Gleichzeitig wachsen die personellen Sorgen am Bruchbaum.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - SC Verl (Sonntag, 15 Uhr, Liebelt-Arena; Hinspiel 2:1)
Lippstadt – Natürlich drückte die Bestätigung der schweren Knieverletzung ihres Top-Stürmers in der Mannschaft des SV Lippstadt auf die Stimmung. Doch die innerliche Trotzreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Jetzt erst recht! Coach Bechtold wollte die aktuelle personelle Lage (am Sonntag stehen zwei Torhüter und 16 Feldspieler zur Verfügung) nicht weiter thematisieren. Mit Kaiser, Bulut, Tübing, Meier (alle verletzt) sowie Kötter und Kamann (beide gesperrt) müssen sechs Kicker passen. Außerdem stehen hinter den Einsätzen von Köhler und Kohl noch Fragezeichen. Immerhin ein kleiner Lichtblick: Kohl, der sich zuletzt in Hiltrup eine Muskelzerrung zuzog, ist rechtzeitig wieder fit geworden und hat es zumindest in den Kader geschafft.
Ganz schön viel Holz. Aber der SV-Trainer bleibt fokussiert: „Die Truppe ist gefestigt. Alle leiden mit den Jungs, die ausfallen. Aber wir lassen uns nicht hängen. Im Gegenteil: Das schweißt uns noch mehr zusammen!“ Bechtold selbst habe null komma null Bauchschmerzen vor der Partie gegen die Drittliga-Reserve. „Alle werden gebraucht.“ Dies gelte genauso für Lee, Patruno-Nwankwo, Shayan Sadeghi oder Kocielnik, der mit den A-Junioren im Westfalenpokal gegen Schalke ein starkes Spiel machte.
Fest steht aber auch: Allzu viel darf nicht mehr passieren, auch wenn der SV Lippstadt praktisch schon die ganze Saison mit mehr oder weniger großen Verletzungssorgen zu kämpfen hat. Eine besondere Verantwortung trägt diesbezüglich Fatih Ufuk, denn der Kapitän ist mit vier Gelben Karten vorbelastet und sollte sich in den nächsten drei Begegnungen binnen neun Tagen entsprechend im Griff haben.
Der SC Verl II ist in der Tabelle eher unten angesiedelt, deshalb aber keinesfalls zu unterschätzen. „Verl steht für guten Fußball“, erklärt Felix Bechtold, „rein spielerisch gehört die Mannschaft ins obere Drittel der Oberliga.“ Außerdem sei gerade Länderspielpause, da wisse man nie genau, wer von den Profis in der Reserve eingesetzt werde. Zumindest sind die jungen Gäste ziemlich Lippstadt-geprägt. Garris und Toia gehörten in der letzten Serie noch zum SV-Kader, auch Torhüter Pekruhl kommt von hier. Zudem hat Cristiano Sonntag Geseker Wurzeln.
Beide Mannschaften im Formcheck:
SV Lippstadt: N/U/S/S/S
SC Verl II: N/N/U/N/N
++++ Selbstbewusst genug für Erfolg gegen Verl II ++++
Ohne sechs, vielleicht sogar ohne acht tritt der SV Lippstadt gegen die Reserve des SC Verl an. Zudem muss das Bechtold-Team noch die Schocknachricht vom Kreuzbandriss ihres Topstürmers Nico Tübing verdauen. Das alles zusammen ist zweifelsohne eine große Hypothek. Auf der anderen Seite haben die Schwarz-Roten mit den jüngsten drei Siegen in Serie ordentlich Selbstvertrauengetankt. Gehen wir mal davon aus, dass alle SV jetzt noch mehr zusammenrücken. Dann gewinntLippstadt dieses Spiel 2:0.