Lippstadt – In der vergangenen Saison hielt Lukas Wulf noch die Defensive des SV Westfalia Rhynern zusammen: Am Sonntag kehrt der 27 Jahre alte Innenverteidiger mit dem SV Lippstadt zum Spitzenspiel der Fußball-Oberliga in die Kümpel- und Hellmeister-Arena zurück, wenn der Tabellenzweite den punktgleichen Ligavierten erwartet.
„Wir wollen mit einem Sieg an Rhynern vorbeiziehen“, stellt Wulf vor dem Wiedersehen mit seinen früheren Mannschaftskollegen unmissverständlich klar. Da Wulf im vergangenen Jahr im Schichtdienst gearbeitet hatte und dies nicht kompatibel mit den Trainingseinheiten der Westfalia waren, zog es ihn nach nur einer Spielzeit weiter nach Lippstadt. „Da gab es eine Lösung, wie das mit dem Training passte“, sagt er und verrät, dass er nicht allzu viele Unterschiede zwischen beiden Vereinen ausgemacht hat.
„Okay, die Infrastruktur in Lippstadt ist eine Nummer größer. Und mit den Fans im Rücken ist das auch anders. Aber vieles ist ähnlich, der Wohlfühlfaktor ist für mich jedenfalls der gleiche. Beides sind sehr familiäre Clubs.“ Beim SV Lippstadt ist er – genauso wie zuvor in Rhynern – aus der Abwehr kaum wegzudenken. Zwei Partien hat er in dieser Saison verletzungsbedingt verpasst, ansonsten stand er in jeder Begegnung auf dem Platz und trug wesentlich dazu bei, dass der SV 08 mit nur 19 Gegentoren die beste Defensive der Liga stellt. Der Schuh drückt bei den Lippstädtern aktuell in der Offensive. In Bielefeld (1:1) und Rheine (0:0) mussten sich Lippstadt sie sich jeweils mit einem Remis zufrieden geben.
„Wir hätten beide Spiele gewinnen können, haben aber unsere Chancen nicht genutzt“, ärgert sich Wulf über die vier liegen gelassenen Punkte, meint aber: „Wir sind weiter im Rennen.“ Denn dass die Lippstädter wieder hoch in die Regionalliga wollen, steht für Wulf fest. „Wir haben uns diese gute Ausgangsposition die Saison über erarbeitet und wollen daher aufsteigen“, betont er, weiß aber auch, dass mit der SG Wattenscheid 09, dem ASC 09 Dortmund und eben Rhynern drei weitere Clubs dasselbe Ziel verfolgen.
Der Westfalia hatte er vor der Saison durchaus zugetraut, dass sie oben mitmischt, dass sie aber so konstant ist, hat ihn doch überrascht. „Dass da die nötige Qualität in der Mannschaft steckt, weiß ich ja noch aus dem letzten Jahr. Aber dass die da so durchmarschieren, damit hatte ich nicht gerechnet“, gibt er zu. „Das zeugt von der guten Arbeit, die da geleistet wird.“
Taktisch geprägte Partie erwartet
Mit einem Sieg am Sonntag kann Lippstadt an Rhynern vorbeiziehen. Bei einer Niederlage hätte die Westfalia drei Zähler Vorsprung – und hat auch noch mit den beiden Nachholspielen gegen RW Ahlen und die TSG Sprockhövel zwei Asse in der Hinterhand.
Umso wichtiger wäre für Wulf und seine Teamkollegen ein Dreier in diesem Topduell. Allerdings befürchtet er, dass es ähnlich wie beim torlosen Hinspiel wieder eine sehr taktisch geprägte Partie wird: „Ich denke, es werden Kleinigkeiten sein, die das Spiel in die eine oder die andere Richtung lenken.“