Lippstadt – Genug geredet, der SV Lippstadt muss jetzt liefern: Beim Tabellenletzten SV Schmerbeck ist ein Sieg Pflicht – ohne Wenn und Aber. Was passieren würde, wenn das nicht klappen sollte, kann sich jeder lebhaft vorstellen, der sich im Fußballgeschäft auskennt.
Oberliga Westfalen
SV Schermbeck - SV Lippstadt (Freitag, 19 Uhr, Volksbank-Arena)
Die Gastgeber zieren das Tabellenende der Oberliga Westfalen und haben bisher vergeblich versucht, den ersten Saisonsieg einzufahren. Insofern reist der SV Lippstadt als Favorit in den Kreis Wesel, auch wenn die Schwarz-Roten ebenfalls nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Vier Niederlagen aus den letzten sechs Begegnungen bei nur einem Sieg – das ist nicht der oft zitierte Anspruch des Bechtold-Teams. Also höchste Zeit, den Bock umzustoßen, um in der Tabelle mit einem Dreier den ersten, wichtigen Schritt nach oben zu gehen. Mit sechs Punkten mehr ist Spitzenreiter Gievenbeck längst nicht außer Reichweite. Aber jetzt muss was kommen.
Am 1. November ist in der Meisterschaft spielfrei. Dem SV Lippstadt bietet sich also die Gelegenheit, mit einem guten Gefühl in die Pause zu gehen und die Wehwehchen auszukurieren. Eines ist jedoch auch klar: Der Druck wächst, auch wenn Cheftrainer Bechtold dies stets von sich weist.
Personell hat sich die Situation bei den Gästen im Vergleich zum Rheine-Spiel kaum verändert. Torhüter Luca Beermann beißt trotz eines leichten Faserrisses im Oberschenkel auf die Zähne und soll zwischen den Pfosten stehen. Dies ist bei Lukas Wulf und Maximilian Franke alles andere als sicher: Wulf hat einen Hexenschuss im Rücken erlitten und Franke plagt sich weiter mit einer Zerrung herum. Ob sie dennoch einsatzfähig sind, entscheidet sich im Abschlusstraining.
Definitiv nicht mitwirken können Nico Böll (Adduktoren) sowie die Dauerverletzten Nico Tübing, Nils Köhler, Ben Tautges und Juan Löbel. Alle vier werden in diesem Jahr nicht mehr auf den Rasen zurückkehren.
Bechtold weiß, dass seine Elf zum Siegen verdammt ist („Alles andere zählt nicht“) und ist davon überzeugt, dass seine Mannschaften mit drei Punkten nach Hause fährt: „Wenn wir die ein, zwei Prozent drauflegen, die gegen Rheine gefehlt haben, gewinnen wir dieses Spiel.“ Insgeheim hofft der Coach, dass sein Unterschiedsspieler Maxi Franke irgendwie rechtzeitig fit wird. Derweil entwickelt sich Yoost Diezemann zu einer festen Größe in der Abwehr. „Nach schwierigem Start mit wenig Einsätzen ist er jetzt auf einem sehr guten Weg“, beurteilt Bechtold den Neuzugang aus Bielefeld.
Der SV Schermbeck wird aus einer kompakten Defensive agieren. „Die waren gegen Rheine keinen Deut schlechter und haben verdient einen Punkt geholt. Ich habe das Spiel gesehen“, warnt der Lippstädter Coach. Diesen Satz sollte er am Freitagabend besser nicht wiederholen. Denn wie gesagt: Für den SV Lippstadt zählt nur ein Sieg. Alles andere steht nicht zur Diskussion.
Beide Mannschaften im Formcheck:
SV Schermbeck: N/N/N/U/N
SV Lippstadt: N/N/S/N/U
Noch kann es in die richtige Richtung gehen
Nach Schermbeck spielt der SV Lippstadt in diesem Jahr noch in Maaslingen, gegen Hordel, in Ennepetal, gegen Gievenbeck und in Erkenschwick sowie im Kreispokal-Viertelfinale beim SC Lippstadt. Die Schwarz-Roten können die erste Saisonhälfte also noch in die richtige Richtung lenken. Wie gesagt „können“. Jetzt, beim Tabellenletzten, muss das Team von Cheftrainer Felix Bechtold gewinnen. Völlig egal mit welchem Personal. Sonst droht Ungemach. Dass sich einige angeschlagene Spieler in den Dienst der Mannschaft stellen wollen, ist ein gutes Zeichen. Auch wenn es rumpelt, die Sportredaktion tippt auf einen 2:1-Arbeitssieg für den SV Lippstadt.