Lippstadt – Aus der Traum von der Regionalliga: Der SV Lippstadt hat seine letzte Chance vergeigt, das Endspiel in Dortmund mit 0:1 verloren und ist damit raus aus dem Aufstiegsrennen. Ein Freistoßtor aus 25 Metern traf das Bechtold-Team mitten ins Herz.
Oberliga Westfalen
ASC Dortmund - SV Lippstadt 1:0 (0:0)
„Wir haben es heute in den Sand gesetzt“, knurrte ein enttäuschter Cheftrainer, um sofort ein neues Ziel auszugeben: So viele wie möglich der restlichen fünf Saisonspiele gewinnen und die 70-Punkte-Marke knacken. Doch dafür hatten seine Schützlinge im Moment dieser Riesenenttäuschung kein Ohr. Während die Gastgeber nach dem Schlusspfiff vor Freude ausgelassen auf dem Rasen des Waldstadions tanzten, hätten sich die SVer am liebsten vergraben. Die Schwarz-Roten waren geknickt, diese Endspiel-Niederlage drückte gewaltig auf die Stimmung. Tiefe Trauer in Schwarz-Rot. Obwohl: Selbst ein Unentschieden hätten den Gästen wohl nicht mehr geholfen.
Genau um 19.54 Uhr hatte der SV Lippstadt am Samstag seine letzte Chance auf den Regionalliga-Aufstieg verspielt. Man wird sehen, ob sich die Schwarz-Roten im Saisonfinale noch mal aufraffen können. Dass sich die Mannschaft im Vergleich zur letzten Serie äußerst positiv entwickelt hat, steht außer Frage. Nur kaufen können sich Ufuk und Co. dafür gerade nichts.
Natürlich wäre es für die Lippstädter besser gewesen, wenn sie aus einer günstigeren Position in dieses Duell des Dritten gegen den Vierten gegangen wären. Beiden Teams merkte man an, dass enorm viel auf dem Spiel stand. „Sicherheit zuerst“, lautete die Devise in den ersten 45 Minuten. Keiner wollte ins Risiko gegen, sodass sich eine taktisch geprägte, weitgehend ereignisarme erste Halbzeit entwickelte. Dortmund brachte es auf zwei Chancen, als D’Hone fast durch war, aber von SV-Keeper Beermann gestoppt wurde (14.). Bei einem Freistoß von Warschewski (22.) war der Lippstädter Schlussmann erneut zur Stelle.
Die Gäste hatten nach einer halben Stunde den ersten Eckball, dann aber direkt drei am Stück. Bei zwei, drei Umschaltmomenten agierten die Schwarz-Roten nicht clever genug. Ehrlich gesagt, von einem Topspiel hätte man als neutraler Zuschauer mehr erwartet.
Nach dem Wechsel wurde es etwas besser: Dortmunds Wilkesmann scheiterte nur knapp mit einem Direktschuss (54.), und ein Kopfball von Podehl kratzte am Aluminium (55.). Es folgte die entscheidende Aktion: Warschewski zirkelte einen 25-Meter-Freistoß über die Lippstädter Mauer hinweg zum 1:0 (57.) ins rechte Eck. Da konnte sich Beermann strecken, wie er wollte. Die Nummer 1 des SV hatte keine Abwehrmöglichkeit.
Die Gäste gingen danach All in, Bechtold brachte mit Dören, Franke, Lee, S. Sadeghi und Kaiser frische offensive Kräfte. Tatsächlich setzte sich der SV eine Zeitlang am gegnerischen Strafraum fest, aber die glasklaren Gelegenheiten blieben aus. Fast hätte Neugebauer eine gehabt, als Wilkesmanns Rückpass etwas zu kurz geriet (61.), dann versuchte es Böll nach guter Vorarbeit von Lee mit einem platzierten Schuss (83.), fand aber in ASC-Torwart Nickel seinen Meister. Zwischendurch rettete sein Gegenüber Beermann gegen Corchero nach einem Dortmunder Konter (76.). Die letzte Chance, doch noch den 1:1-Ausgleich zu schaffen, vergab Dören mit einem Drehschuss in der Nachspielzeit (93.). Das war’s dann – auch mit den Aufstiegsträumen des SV Lippstadt.
Trainerstimme
Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Es war ein taktisch geprägtes Spiel. Ein Hin und Her. Wir hatten in der ersten Halbzeit ein paar gute Umschaltmöglichkeiten, aber uns hat der Lucky Punch gefehlt. Topspiele werden eben durch Topspieler entschieden. Wir haben es heute in den Sand gesetzt. Wir wussten, dass das unsere letzte Chance ist. Aber wir werden nichts abschenken. In den restlichen fünf Spielen, davon drei zu Hause, wollen wir so viele Punkte wie möglich holen und die 70-Punkte-Marke knacken. Dann können wir mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen. Am Ende hat uns wohl die personelle Situation mit den vielen Verletzungen das Genick gebrochen. Trotzdem werde ich jetzt nicht weinen. Ich bin stolz auf die Entwicklung meiner Mannschaft.“