Hiltrup – Der SV Lippstadt hat das Pokalaus unter der Woche in Herford mit einem 2:1 in Hiltrup aus den Kleidern geschüttelt. Für den heimischen Oberligisten war es der vierte Sieg in Serie. Auswärts ist die Bechtold-Truppe damit weiter ungeschlagen.
Oberliga Westfalen
TuS Hiltrup - SV Lippstadt 1:2 (1:1)
Lippstadts Trainer Felix Bechtold erkannte beim Gegner einen klaren fußballerischen Plan. „Wir wussten, dass es hier schwer werden würde“, ließ er den Hiltruper Sieg vor zwei Wochen gegen Eintracht Rheine nicht außer Acht. Beide Mannschaften taten sich auf dem schmierigen Untergrund bei Dauerregen schwer. Immer wieder suchten die Akteure nach dem richtigen Stand auf dem Grün.
Der SV Lippstadt übernahm direkt die Spielkontrolle bei echtem Schmuddelwetter. Gegen den heraneilenden Neugebauer rettete Hiltrups Keeper Büsken bereits in höchster Not (3.). Und auch gegen den aufgerückten Kiyan Sadeghi bewies er ein gutes Stellungsspiel (5.). Es waren die ersten zarten Annäherungsversuche der Gäste in Richtung gegnerisches Tor. In der 20. Minute wurde ein Böll-Linksschuss von der vielbeinigen Hiltruper Hintermannschaft im letzten Moment geblockt. Die anschließende Ecke brachte aus Lippstädter Sicht nichts ein. Dann sorgte ein ruhender Ball – zum Freistoß trat Gentrit Muja an (22.) – erneut für ein wenig Gefahr. Aus Gäste-Sicht klingelte es dann nur 180 Sekunden später. Torhüter Büsken spielte die Kugel auf dem rutschigen Untergrund beim Abschlag genau in die Füße des lauernden Nico Böll, der den Hiltruper mit einem gefühlvollen Heber überwand (25.). Lippstadts Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient.
Doch die Platzherren steckten den Kopf nicht in den Sand, agierten nach dem Rückstand druckvoller. Lippstadt verpasste es in dieser Phase, energischer in die Zweikämpfe zu gehen. Ein Eckstoß von der rechten Seite führte schließlich zum Ausgleich. Sarrafyar reagierte gedankenschnell und drosch die Kugel zum 1:1 in die Maschen. Auf diese Szene wirkten die Lippstädter irgendwie nicht vorbereitet. Dies bemängelte auch ihr Trainer nach dem Schlusspfiff. Somit ging es mit dem 1:1 in die Halbzeit.
Regen nimmt zu
nach der Pause
Nach dem Wechsel nahm der Regen zunächst zu. Lippstadt versuchte weiter die Kontrolle zu behalten, was auch gelang. Bölls doppelter Versuch – zunächst mit dem Fuß nach einem Laufduell mit Jankhöfer, anschließend nach einem Abpraller mit dem Kopf, wurde jedoch von Büsken entschärft. Dann brachte Felix Bechtold Bulut im Mittelfeld für Kohl, der in der ersten Hälfte nur bei einer vermeintlichen Elfmeterszene aufgefallen war. Maximilian Franke war es schließlich, der das Leder in der 74. Minute aus rund 20 Metern in den Winkel zur erneuten Lippstädter Führung donnerte. Ein echter Strahl des Blondschopfes.
In der Folge ließen die Gäste die Vorentscheidung per Konter liegen. Beispielsweise war Neugebauers Abschluss zu harmlos (80.). So wurde es in der vierminütigen Nachspielzeit noch mal richtig hektisch. Zunächst brannte es nach einem Schussversuch von Baya Baya lichterloh im Strafraum. Die Lippstädter klärten den Ball mit vereinten Kräften zur Ecke. Im Mittelfeld senste Baya Baya kurz darauf dann den eingewechselten Bulut um, was eine Rudelbildung zur Folge hatte. Schiedsrichterin Weiss zückte aber nur einmal Gelb.
Am Ende feierte der SV Lippstadt, wie bereits beim 2:0 in der Vorsaison, einen Arbeitssieg und liegt nun punktgleich auf in der Tabelle mit dem Spitzenduo aus Gievenbeck und Maaslingen.
„Der Gegner hat uns vor große Herausforderungen gestellt“
Trainermeinung von Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Wir haben uns in der letzten Saison gegen Hiltrup schon zweimal extrem schwergetan. Deswegen wussten wir, was hier auf uns zukommt. Aus Trainersicht hat das Spiel schon Spaß gemacht, weil der Kollege einen klaren fußballerischen Plan mit seiner Mannschaft hatte. Hiltrup hat uns vor große Herausforderungen gestellt. In der Pause habe ich den Jungs gesagt, dass wir die Basics besser annehmen müssen, was sie in der zweiten Halbzeit dann auch gemacht haben. Klar hatten wir in der letzten Situation Glück, aber das musst du dann irgendwie auch haben. Wichtig ist einfach, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben.“