Lippstadt – Die Superserie des SV Lipppstadt mit vier Siegen in Folge ist brutal gerissen. Beim ASC Dortmund unterlag das Bechtold-Team mit 1:4. Spielentscheidend war die Rote Karte gegen Kiyan Sadeghi bereits nach neun Minuten. Der Linksverteidiger verlor die Beherrschung.
Oberliga Westfalen
ASC Dortmund - SV Lippstadt 4:1 (1:0)
Nach einem Zweikampf im Mittelfeld zückte Schiedsrichter die Rote Karte. Lippstadts Kiyan Sadeghi soll nachgetreten haben, nachdem ihm sein Gegenspieler in einem Zweikampf offenbar in den Unterleib griff. „Ich schirme nur den Ball ab. Wieso fliegt man deshalb vom Platz?!“, verstand der Abwehrrecke des SV die Fußballwelt nicht mehr. Mit hängendem Kopf schlich er vom Rasen, wohl wissend, dass er seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen hatte. Die musste sich jetzt nämlich mehr als 80 Minuten in Unterzahl gegen einen äußerst starken Kontrahenten wehren. Sadeghis Part in der Außenverteidigung übernahm Böll, jetzt in der Viererkette mit Kamann, Diezemann, der sein Startelf-Debüt gab und Muja.
Der ASC machte richtig Druck, presste hoch und erspielte sich zahlreiche gute Torgelegenheiten. Die erste noch bei elf gegen elf, als Podehl die Kugel nach einem Chip-Pass freistehend über den Kasten drosch (5.). Das 1:0 (23.) fiel nach einer Ecke: Corchero köpfte am kurzen Pfosten ziemlich ungehindert ein. Ein Treffer, der Lippstadts Keeper Beermann zur Weißglut trieb.
Überhaupt waren die Gastgeber bei Standards brandgefährlich: Özat hatte nach einem erneuten Eckball im zweiten Versuch das 2:0 auf dem Fuß (32.), dann klatschte das Spielgerät – wieder nach einer Ecke – ans Aluminium (34.). Anschließend fingen sich die Schwarz-Roten etwas und hatten in der 40. Minute ihre beste Chance, als ein abgefälschter Schuss von Ufuk nur knapp am Pfosten vorbeizischte.
Zur Pause 0:1 zurück und in Unterzahl: Wahrscheinlich hatten sich die dezimierten SVer in der Kabine einiges vorgenommen, aber vier Minuten nach Wiederanpfiff schienen sie mausetot. 0:2 (47.) durch Podehl nach Flanke von rechts. 0:3 (49.) wiederum durch Podehl, halb mit dem Rücken zum Tor stehend, na klar, nach Flanke von rechts. Kein Vorwurf an Böll, der an ungewohnter Position für Sadeghi verteidigte.
Wahrscheinlich befürchteten viele der mitgereisten Lippstädter Fans in diesem Moment ein Debakel. Aber das Bechtold-Team ließ sich nicht hängen und forcierte nun seinerseits die Offensive. Das war stark und wurde belohnt. Franke verwandelte einen Elfmeter sicher zum 1:3 (52.), nachdem er selbst von Dziho gefoult worden war. Und der SV blieb dran: Erneut Franke (54.) sowie Neugebauer (56.) hätten verkürzen können. Dann der nächste Strafstoß für die Gäste, diesmal nach einem Foul an Neugebauer (60.): Franke lief erneut an und setzte den Ball an den Pfosten. Vorbei die große Chance, noch einmal ins Spiel zurückzukommen.
Auf der anderen Seite verhinderte Beermann mit einem tollen Reflex gegen Corchero das 1:4 (62.). Das besorgte dann Rausch in der 76. Minute. Damit war der Deckel drauf und die zweite Saisonniederlage des SV Lippstadt nach dem 0:2 gegen Kinderhaus zum Auftakt perfekt.
Zu allem Überfluss verletzte sich Böll in der Schlussphase noch am Oberschenkel. Insgesamt war es also ein gebrauchter Nachmittag für Schwarz-Rot.
„Was wäre wenn? Das bringt ja nichts!
Trainermeinung von Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Wir haben uns viel vorgenommen für dieses Spiel. Und nach wenigen Minuten war durch die Rote Karte alles über den Haufen geworfen. Egal, wohin mich mein Gegenspieler greift, Kiyan Sadeghi hätte sich in dieser Szene beherrschen müssen. Es war ja nicht das erste Mal. Kiyan wird daraus lernen. Ich finde, die Mannschaft hat sich nach dieser Szene gefangen, auch wenn sie hier und da Glück hatte. Drei Minuten nach der Pause steht es dann 0:3 – und wieder sind die Jungs zurückgekommen. Fast hätten sie das 2:3 geschafft. Fußball findet nun mal nicht im Konjunktiv statt. Was wäre wenn? Das bringt ja nichts.“